SV Hundsangen e.V. 1926

30.07.2016, 08:06, Alter: 2 Jahre
Kategorie: Fussball

95 Regeländerungen im Fussball

Von: rhein zeitung

 

 

Neues Regelwerk muss erst noch ankommen


95 Änderungen betreffen auch den Amateurbereich

Die wichtigsten Neuerungen zur neuen Saison im Überblick

 

 

Ein Fußballer läuft auf das Tor zu. Ein Abwehrspieler verhindert im eigenen Strafraum mit einem Vergehen eine klare Torchance. Die Konsequenz: Platzverweis und Strafstoß. Rechnet man dann noch die Sperre hinzu, die der Spieler für seine „Notbremse“ bekommen wird, ist im Fußball oft von der sogenannten Dreifachbestrafung die Rede. Eben jene wurde von Experten lange als zu hart kritisiert und nun etwas entschärft. Die Ifab, das internationale Gremium für Spielregeln, hat insgesamt 95 Änderungen zur Anpassung an den modernen Fußball beschlossen, die teilweise schon bei der Fußball-EM in Frankreich angewendet worden sind. Auch auf den Plätzen in der Region sind sie künftig gültig.


„Bei den Schiedsrichter-Lehrgängen auf Verbandsebene wurde schon kräftig die Luft angehalten. Die Regeln sind komplexer geworden“, sagt Erich Schneider aus Weisel, der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses im Fußballverband Rheinland (FVR). „Es geht auch darum, dass Unsportlichkeiten härter bestraft werden sollen.“


Zurück zur Dreifachbestrafung. Gilt die Aktion des Verteidigers ausschließlich dem Ball, sieht der Spieler für das Vergehen zukünftig nur noch die Gelbe Karte – Platzverweis und Sperre entfallen. Eine Rote Karte ist weiterhin möglich. Dafür muss der Verteidiger den Angreifer aber halten, ziehen, stoßen, ein brutales Foul oder strafbares Handspiel begehen. Zusammengefasst: Hat der Verteidiger bei seinem Abwehrversuch keine Möglichkeit, den Ball zu spielen, oder versucht es erst gar nicht und verhindert dadurch eine klare Torchance, wird er des Platzes verwiesen, unabhängig davon ob das Vergehen innerhalb oder außerhalb des Strafraumes stattfand.


Schwierige Entscheidungen auf Höhe der Mittellinie gibt es eher selten; die wohl kniffligste auf der Trennlinie der beiden Spielhälften ist der Entschluss pro oder kontra Abseits. Aber zu welcher Hälfte gehört die Linie eigentlich? Was bisher nicht ganz klar war, wurde nun genau geregelt: Die Mittellinie ist in Bezug auf Abseits als neutral zu betrachten, sie gehört zu keiner der beiden Spielhälften. Ein Abseitspfiff kann heute aber sogar in der eigenen Hälfte erfolgen. „Das versteht zunächst kein Spieler und kein Zuschauer. Das ist jetzt möglich, da nicht mehr nur der Zeitpunkt der Ballabgabe entscheidet, sondern der Zeitpunkt, wenn der Spieler aktiv den Ball spielt oder in das Spiel eingreift“, erklärt Schneider. Die verteidigende Mannschaft erhält dort einen indirekten Freistoß, wo die Übertretung des Angreifers stattgefunden hat. Ein Beispiel: Kommt ein Angreifer etwa aus dem Abseits und greift erst nach dem Übertreten der Mittellinie in der eigenen Spielhälfte aktiv ein, gibt es einen indirekten Freistoß an der Stelle der Ballannahme oder Einflussnahme.


Platzverweise dürfen ab Betreten des Sportplatzes zu Spielbeginn während des Spiels und bis zum Verlassen des Spielfeldes nach Spielende ausgesprochen werden. Neu ist: „Sobald der Schiedsrichter den Platz zum ersten Mal zur Kontrolle des Spielfeldes betritt, beginnt die Strafgewalt. Er darf also schon dann Akteure vom Spiel ausschließen“, klärt Schneider auf. So kann der Unparteiische bereits eingreifen, wenn er ab diesem Zeitpunkt Tätlichkeiten beobachtet oder beleidigt wird. Wird ein Spieler von der Partie ausgeschlossen, muss sein Team aber nicht in Unterzahl beginnen: Die Startformation darf auf elf Spieler aufgefüllt werden, der Spielbericht hingegen nicht.


Verliert ein Spieler während einer Begegnung seinen Schuh, darf er in die nächste Aktion nur eingreifen, wenn der Schuh wieder angezogen wurde. Interveniert er dennoch, wird das Spiel unterbrochen – auch diese Regel hat in dieser Form nicht mehr Bestand. „Bisher konnte ein Spieler sogar noch ein Tor ohne seinen Schuh erzielen. Er muss seine Kleidung erst bis zur nächsten Spielfortsetzung nach der Unterbrechung wieder in Ordnung bringen, so lange kann er mitspielen“, sagt Schneider.


Gar nicht erst anfangen zu spielen dürfen Profi-, Amateur- und Juniorenfußballer künftig, wenn die Kleidung neben dem Trikot, also T-Shirt, Unterhose etc., die nach Außen sichtbar ist, nicht den Farben des Trikots entspricht. Hat ein Trikot also die Farben Gelb und Blau, muss die Kleidung, die darunter getragen wird, einem der beiden Töne entsprechen – einheitlich im gesamten Team. Ausnahmen von der Regel sind aber möglich. „Das ist den Staffelleitern und Kreissachbearbeitern überlassen. Sie können Durchführungsbestimmungen erlassen“, sagt der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses. „Gerade im untersten Jugendbereich oder auf Kreisebene ist es legitim, wenn sie das etwas auflockern. Es sollte aber eine gewisse Einheitlichkeit vorhanden sein. Nicht, dass plötzlich ein Spieler in roter, einer in grüner, einer in gelber und einer in blauer Unterwäsche aufläuft.“ Was den meisten Fußball-Begeisterten wohl bereits bei der Europameisterschaft in Frankreich aufgefallen sein dürfte, ist, dass der Anstoß oft von nur noch einem Spieler ausgeführt wird. Das liegt daran, dass die Spieleröffnung nicht mehr zwingend nach vorne ausgeführt werden muss, sondern in alle Himmelsrichtungen erfolgen darf. Eine Option, die den Kickern neue Varianten eröffnet. Immerhin: Für Schiedsrichter ist diese Regeländerung keine große Hürde.

 

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