SV Hundsangen e.V. 1926

22.05.2017, 19:49, Alter: 1 Jahre
Kategorie: Fussball

Angekommen in der Realität

Von: rhein zeitung

Angekommen in der Realität: Marco Rosbach zum Absturz der Spvgg EGC Wirges

Was vor einem Jahr trotz gut gemeinter Ratschläge mit aller Macht verhindert werden sollte, ist jetzt bittere Realität: Die Spvgg EGC Wirges, über Jahre die Nummer eins im Westerwälder Fußball und gemeinsam mit den Eisbachtaler Sportfreunden das fußballerische Aushängeschild, ist in der Bezirksliga Ost angekommen. Mit der ersten Mannschaft, wohlgemerkt.

Damit spielt die EGC eine Klasse tiefer als über einige Zeit ihre eigene Reserve und misst sich künftig in Duellen mit den Nachbarn TuS Montabaur, SG Hundsangen, SG Elbert oder SG Ahrbach. Mit Gegnern also, von denen es einige lediglich gewohnt waren, hier und da vielleicht eines ihrer Talente aus dem Nachwuchsbereich Richtung Wirges abzugeben. Doch Spiele gegen die EGC? Das gab's nur in jener Zeit, als Wirges eine dritte Mannschaft hatte, bei den Jüngsten oder den Alten Herren.

Nach dem Rückzug aus der Oberliga wurde von einem Übergangsjahr vor einem neuerlichen Angriff nach oben, der folgen sollte, gesprochen, obwohl klar war, dass es der blutjungen neuen Mannschaft an Erfahrung und teils an Klasse fehlen würde. Außerdem hielten die Verantwortlichen an dem Vorhaben fest, auch eine Reserve für die Bezirksliga zu melden. Das Ergebnis ist bekannt: Die Zweite wurde kurz nach Saisonbeginn zurückgezogen, Jugendspieler blieben frustriert zurück – und auch eine der beiden A-Jugend-Mannschaften ging in diesem Zusammenhang über die Wupper. Um ein Team mit Gewalt durchzuschleppen, wurden letztlich zwei geopfert. Es war ein hoher Preis, den der Vorstand zu zahlen bereit war.

In der Rheinlandliga durfte Wirges bis zum Ende noch von der Rettung träumen, was beachtlich ist. Nach 36 Spieltagen stehen immerhin 29 Punkte für den Vorletzten zu Buche. Eine Erklärung dafür liefert eine Zahl, die nichts mit sportlichen Aspekten zu tun hat: Zum Abschlussabend der Mannschaft kamen 17 Spieler des 19, teils 20 Akteure zählenden Kaders. Trainer Thomas Arzbach und sein Co-Trainer Markus Kluger haben aus wenig verdammt viel gemacht – und ein Team geformt, das den Namen verdient hat. „Wir haben es geschafft, die Mannschaft zusammenzuhalten“, sagt Arzbach, der in seiner ganz persönlichen Bilanz von Dankbarkeit für das Vertrauen der Familien Hüter und Koch, Wehmut und auch einem gewissen Stolz spricht. Die Aufgabe, die Früchte der eigenen Arbeit zu ernten, hätte ihn gereizt. Dass er sich nach insgesamt 22 Jahren bei der EGC bewusst dagegen entschieden hat, passt irgendwie ins Bild.

 

 

 

 

Für die SpVgg Burgbrohl endete die Leidenszeit in der Fußball-Oberliga wenig erquicklich. Zum einen setzte es im letzten Saisonspiel beim neuen Meister TSV Schott Mainz noch einmal ein 0:21 (0:6). Und dann gab's nach Spielschluss eine böse Überraschung: Als sich der Burgbrohler Tross wieder auf die Heimfahrt begeben wollte, stellte sich heraus, dass einer der beiden Kleinbusse auf dem Parkplatz von einem unbekannten Fahrzeug verbeult worden war. Was zu allen Unannehmlichkeiten darüber hinaus auch noch eine Verzögerung mit sich brachte, sodass die Mannschaft dann erst mit anderthalbstündiger Verspätung wieder in Burgbrohl zur Feier der zweiten Mannschaft dazustoßen konnte, die fast zeitgleich an diesem Nachmittag den Kreispokal der C-/D-Klassen gewonnen hatte .

Doch immerhin gab es am Ende dann aber noch eine gute Nachricht: In der Fairnesstabelle der Oberliga belegt die SpVgg Burgbrohl den alleinigen zweiten Platz, nachdem sich Konkurrent FK Pirmasens II im letzten Spiel noch drei Gelbe Karten eingehandelt hatte.

Womit die Burgbrohler sich nun auf eine Prämie von 650 Euro freuen dürfen. „Die kommen dann zu den 500 Euro für den Pokalgewinn dazu. Und damit machen wir dann mit dem gesamten Kader einen schönen Tagesausflug“, freute sich Trainer Thorven Fiedler. Damit kann er sich dann auch über die hohe Niederlage in Mainz hinwegtrösten, die er selbst nicht miterlebt hatte, weil er die Reserve im Finale betreute.

„Die Mannschaft hat eingeräumt, dass sie in der zweiten Halbzeit ganz schlecht war. Aber vielleicht hätten es die Mainzer auch bei einigen Toren weniger belassen können. Sie wussten doch, dass wir zweimal um Verlegung gebeten hatten und trotz unseres Finales in Gönnersdorf noch bei ihnen angetreten sind, damit sie auch gebührend ihre Meisterschaft feiern können“, so der Trainer. Offenbar gehörte das Toreschießen aber eben zum Teil der Meisterfeier, speziell für Janek Ripplinger, der gleich sieben Tore erzielte und dabei zwei Hattricks schaffte.

 

Vereinsportal ]  [ Impressum ]  [ Datenschutzerklärung ]  [ Kontakt ]   © 2018 SV Hundsangen
[ Letzte Änderung: 20. Juni 2018 ]