SV Hundsangen e.V. 1926

05.09.2011, 06:59, Alter: 7 Jahre
Kategorie: Fussball

Bezirksliga 4.Spieltag

Von: rhein zeitung

Standardsituationen retten den Spitzenreiter

Hundsangen bezwingt Puderbach 2:1

Die SG Hundsangen/Obererbach marschiert weiter souverän vorneweg. Beim 2:1 (2:1)- Heimerfolg gegen den Aufsteiger SG Puderbach/Urbach-Dernbach/ Daufenbach/Raubach verbuchte die Elf von Trainer Ralf Hannappel einen Arbeitssieg und führt weiter die Tabelle der Bezirksliga Ost an.

Die Gäste verkauften sich aber in Hundsangen mehr als ordentlich. Aus gut gestaffelter, robuster Abwehr wurde das Mittelfeld schnell und schnörkellos überbrückt, um vorne mit der einzigen Spitze, dem sehr agilen Daniel Seuser, für erhebliche Gefahr zu sorgen. So brachte Seuser seine Mannschaft schon nach zehn Spielminuten bei einem Konter in Führung, als er Hundsangens neuem Torhüter Philip Kraft mit einem halbhohen Schuss keine Chance ließ.

Dem Tabellenführer, der sich davon unbeeindruckt zeigte und sich im weiteren Verlauf klare Feldvorteile erspielte, fiel aber in der Offensive zunächst nicht allzuviel ein. Zwei Standardsituationen brachten dann aber Zählbares für die Gastgeber: Simon Fein verwandelte einen an Dimitri Bartsch verschuldeten Foulelfmeter (36.), und Benjamin Lüpke setzte einen Freistoß von der Strafraumgrenze zum 2:1 in die Puderbacher Tormaschen (43.).

„Ohne nach Ausreden zu suchen“, haderte Puderbachs Trainer Michael Roos, „hier hat die Unparteiische Fingerspitzengefühl vermissen lassen. Beide Entscheidungen waren fragwürdig.“

Im zweiten Abschnitt kannte das Spielgeschehen weiter nur eine Richtung. Die Hannappel-Elf beherrschte Ball und Gegner, ohne aber zwingend nachzulegen. In den letzten zwanzig Minuten verloren die Gastgeber aber dann unerklärlicherweise den Faden, das Roos-Team bekam die zweite Luft und hätte durchaus noch für ein überraschendes Ergebnis sorgen können. Daniel Seuser ((70.) und Andreas Heringer (76.) vergaben aber die beiden besten Torgelegenheiten.

„Kaum erklärbar, warum wir zum Ende hin so abgebaut haben“, analysierte Ralf Hannappel, „wir hatten über eine Stunde lang das Spiel klar im Griff und setzten uns dann selbst unter Druck.“ Sein Gegenüber Michael Roos erkannte den verdienten Hundsangener Sieg an, trauerte aber den Chancen seiner Elf in der Endphase nach: „Wir stehen in der Defensive gut, haben vorne Gelegenheiten, aber wenn wir die nicht reinmachen, verliert man dann das Spiel.“ Schiedsrichterin Nicola Massold brachte die in der Schlussphase hektische Partie souverän über die Bühne.

SG Hundsangen: Kraft - Loch, Fonzo, Pineker, Krämer - Husaj, D. Hannappel, Lüpke, Steinebach (66. Werner) - Fein, Bartsch (75. J. Hannappel).

Schiedsrichterin: Nicola Massold (Niederneisen)

Zuschauer: 170.

Tore: 0:1 Daniel Seuser (10.), 1:1 Simon Fein (36., Foulelfmeter), 2:1 Benjamin Lüpke (43.).

Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Vadim Pucha (80., Puderbach) wegen wiederholter Unsportlichkeit.

 

 

SG Neitersen kämpft sich zum Sieg gegen Fernthal

Die neu gegründete SG Neitersen/Altenkirchen fühlt sich in der bisherigen Saison der Fußball-Bezirksliga Ost insbesondere auf dem heimischen Platz wohl. Im Stadion an der Glockenspitze besiegte die SG die SG/DJK Neustadt-Fernthal knapp mit 1:0 (0:0). Damit hat die SG ihre drei bisherigen Heimspiele gewonnen, lediglich auswärts ist mit zwei Unentschieden der Knoten noch nicht endgültig geplatzt. Insgesamt bedeutet das in der Tabelle den vierten Platz, drei Punkte hinter Spitzenreiter SG Hundsangen.

 

Gegen die Gäste aus Neustadt-Fernthal war allerdings ein schweres Stück Arbeit zu erbringen, um am Ende über drei Punkte zu jubeln. SG-Trainer Torsten Gerhardt hatte einen defensiv eingestellten Gegner erwartet. "Neustadt hat schon einige Gegentore in dieser Saison kassiert. Da war es klar, dass sie gegen uns erst mal wert auf Stabilität in der Abwehr legen. Wir haben uns schwer getan, Torchancen zu kreieren. Es sah lange Zeit nach einem typischen 0:0 aus."

In der Tat sahen die Zuschauer eine Partie, in der Torraumszenen Seltenheitswert besaßen. In der dritten Minute setzte sich Mario Marth über die rechte Seite durch und legte den Ball quer, in der Mitte fand sich allerdings kein Abnehmer. Sebastian Weßler scheiterte nach einem weiten Ball von Günther Gerhardt an DJK-Torwart Tobias Buslei (22.), und Jan Imhäusers Versuch aus der Distanz flog rechts am Tor vorbei (30.). Damit wären alle erwähnenswerten Aktionen im ersten Durchgang genannt. Von den Gästen war im Spiel nach vorne wenig bis gar nichts zu sehen.

Nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer ein ähnliches Bild. Die Gäste beschränkten sich weiter darauf, defensiv kompakt zu stehen, und der SG fehlten die zündenden Ideen, um das DJK-Abwehrbollwerk zu knacken. In der 62. Minute verlängerte Stefan Bischoff per Kopf auf Weßler, dessen Schuss aus halbrechter Position allerdings das Ziel verfehlte. Kurz darauf fiel dann doch ein Tor und damit die Entscheidung: Nach einem Ballverlust der Gäste im Mittelfeld landete der Ball bei Marth, der legte ab auf Nico Hees. Dessen platzierter Schuss aus 20 Metern in die rechte Ecke bedeutete das 1:0 (68.). Dabei blieb es, denn auch nach dem Tor änderte sich am bisherigen Spielverlauf nichts. "Ich habe in der Pause noch gesagt, dass wir uns keine unnötigen Ballverluste in der eigenen Hälft erlauben dürfen, und genau so eine Szene führt zu dem Tor. Sicherlich hat die Mannschaft mit der besseren Spielanlage gewonnen, aber Neitersen ist auch nicht allzu viel eingefallen", ärgerte sich DJK-Trainer Joachim Weißenfels über einen verlorenen Punkt.

 

 

SC Berod-Wahlrod ist gegen Siegtaler Sportfreunde chancenlos

Die Siegtaler Sportfreunde sind in der Bezirksliga Ost weiter auf dem Vormarsch. Das torreiche Lokalduell beim SC Berod-Wahlrod entschieden die Gäste mit 6:3 (3:0) klar für sich.

Die Begegnung hatte noch gar nicht richtig begonnen, da war sie praktisch auch schon entschieden. Nach sehenswerter Vorarbeit von Slobodan Kresovic markierte René Nagel bereits in der sechsten Minute die Führung für die Gäste, nur 120 Sekunden später ließ Dennis Kohl aus 15 Metern nach einer zunächst abgewehrten Ecke das 2:0 für die Gäste folgen. SC-Spielertrainer Thomas Schäfer merkte an: „Wenn man die Anfangsphase so verschläft, dann muss auch ich als Trainer mich hinterfragen, was wir falsch gemacht haben in der Vorbereitung auf so ein wichtiges Spiel.“

Nur zehn Minuten später machten die Gäste dann bereits alles klar. Nach einem Abstimmungsfehler zwischen Sakalakoglu und Damian Henzel ging Suicmez dazwischen und schob den Ball zum 3:0 ein. Die Gäste profitierten von den Fehlern in der Hintermannschaft des SC und nutzten ihre Chancen konsequent. In der 35. Minute hätte Suicmez nachlegen können, aber sein Rechtsschuss krachte an die Latte. Im Gegenzug vergab Schäfer die erste nennenswerte Gelegenheit für sein Team.

Nach dem Wechsel blieben die Gäste zunächst feldüberlegen, André Schindler (53.) aus abseitsverdächtiger Position und Kresovic (62.) schraubten das Ergebnis auf 5:0 in die Höhe. Mit der Auswechslung von Schindler ging der Abwehr der Sportfreunde die Stabilität verloren, Berod kam noch einmal ins Spiel zurück. Innerhalb von sechs Minuten ließen Mario Pavelic (66.), Schäfer (70.) und der eingewechselte Felix Velten (72.) die SC-Anhänger mit ihren Toren zum 3:5 noch einmal hoffen. Aber erneut Suicmez mit seinem zweiten Treffer nach mustergültigem Konter machte alles klar (76.).

Siegtals Trainer Heiko Bedranowsky war mit dem Auftritt seiner Elf zufrieden: „Nach der schnellen Führung haben wir gut gespielt. Nach dem fünften Treffer wollten wir dann zaubern.“ Berods Thomas Schäfer stellte fest: „Wir haben technisch und taktisch grausame Fehler gemacht. Gegen so ein ausgebufftes Team wie Siegtal ist das viel zu wenig. Mit dieser Einstellung werden wir in der Liga auf dem letzten Tabellenplatz bleiben.“ köt

Berod-Wahlrod: Sakalakoglu – Neumann (79. Brandenburger), Jakobi, Henzel, Hoffmann – Ünal (46. Velten), Müller, Keeler (17. Land), Schneider – Schäfer, Pavelic.

Schiedsrichter: Markus Jüris (Sinzig).

Zuschauer: 110.

Tore: 0:1 René Nagel (6.), 0:2 Dennis Kohl (8.), 0:3 Ahmet-Ali Suicmez (22.), 0:4 André Schindler (53.), 0:5 Slobodan Kresovic (62.), 1:5 Mario Pavelic (66.) 2:5 Thomas Schäfer (70.), 3:5 Felix Velten (72.), 3:6 Ahmet-Ali Suicmez (76.).

 

 

Guckheim hat größeren Siegeswillen

Gastgeber gewinnen das Derby gegen die SG Westerburg mit 3:0

Diesen Spätnachmittag werden die Fußballanhänger in Guckheim so schnell nicht vergessen: Kirmeswochenende, herrliches Wetter, mit 500 Zuschauern eine absolute Top-Kulisse und dazu ein überzeugender 3:0 (1:0)-Derbysieg ihrer SG gegen den Nachbarn, die SG Westerburg/Gemünden.

Die Voraussetzungen stimmten, beide Teams begannen mit absolutem Einsatz, schenkten sich keinen Zentimeter Boden, ließen aber in der Spielanlage die Genauigkeit vermissen und agierten zu hektisch. Die Folge war, dass sich gut 35 Minuten vor den Toren nichts abspielte, die beiden Mannschaften sich überwiegend bei Mittelfeldaktionen neutralisierten.

„Mein verschossener Elfmeter war unsere Initialzündung, dafür danke ich meiner Mannschaft“, war Guckheims Spielertrainer Stefan Schäfer nach Spielende stolz auf den Charakter seines Teams. Westerburgs Torhüter Carsten Wolf war im Strafraum allzu ungestüm zu Werke gegangen, sodass Schiedsrichter Dirk Huster auf den Elfmeterpunkt zeigte. Schäfers Schuss entschärfte Wolf dann aber mit einer Glanzparade (38.).

Nun nahm das bis dahin recht unspektakuläre Spiel richtig Fahrt auf. Westerburgs Spielertrainer Oliver Meuer prüfte fast im Gegenzug mit einem tollen Freistoß Guckheims Keeper Lars Henning, der mit den Fingerspitzen den scharf geschossenen Ball knapp über die Torlatte lenkte (40.). Das Gleiche wiederholte sich drei Minuten später, als Henning erneut mit einer Glanzparade das Freistoßduell gegen Meuer gewann. Dazwischen hatte Tobias Kuch einen satten Flachschuss nur knapp neben das Westerburger Tor gesetzt (42.), ehe er fast mit dem Halbzeitpfiff mit einem wuchtigen Volleyschuss den Ball zur Guckheimer Pausenführung ins Netz setzte (44.).

Die zweite Halbzeit blieb dann weiter spannend und ereignisreich – beide Teams lieferten weiter mit hohem Einsatz und Tempo ein Spiel mit großem Unterhaltungswert. Meuer, der sich als einzige Spitze bei den Gästen aufgestellt hatte, wurde zu wenig unterstützt, sorgte zwar immer wieder mit Standards für Gefahr, hatte aber einfach das Glück nicht auf seiner Seite. So parierte Henning erneut seinen gefährlichen Freistoß (48.) In der Folge zeigten sich die Gastgeber dann „den Tick“ aggressiver, investierten mehr und belohnten sich selbst: Einen erneuten Strafstoß, den man nach Ansicht von Berods Trainer Thomas Schäfer „nicht unbedingt geben muss“, verwandelte Niclas Schneider zum 2:0 (60.), Jannis Fröhlich machte mit einem satten 20-Meter-Schuss (82.) den Sack zu.

„In den ersten 30 Minuten war das Spiel tot, dann haben wir angefangen, richtig Fußball zu spielen“, so Schäfer zufrieden. Co-Trainer Marcel Kreckel auf Gästeseite erkannte Guckheims Sieg neidlos an: „Die hatten heute den größeren Siegeswillen.“

 

 

Montabaur hat in Herdorf wenig zu bestellen

TuS agiert beim 0:3 in der Offensive zu harmlos oder scheitert an Torwart Marvin Scherreiks

Die SG Herdorf feierte im Verfolgerduell der Bezirksliga Ost gegen den TuS Montabaur einen verdienten 3:0 (2:0)-Heimsieg und hat im Gegensatz zu den Gästen den Kontakt zur Spitze gewahrt.

In der ersten Halbzeit war es ein Spiel auf Augenhöhe. Montabaur hatte mehr Ballbesitz, erspielte sich aber keine zwingenden Torchancen. Die Gastgeber waren hingegen in der ersten Halbzeit an Effektivität nicht zu überbieten. Zwei Chancen, zwei Tore. In der 13. Minute bekam der TuS nach einer Ecke den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Andreas Krämer spielte den Ball wieder raus auf Sascha Cichowlas, der direkt den freistehenden Kenny Scherreiks am Fünfmeterraum anspielte. Der Rest war Formsache, Scherreiks ließ André Faller im TuS-Gehäuse keine Chance.

Den zweiten Treffer markierten die Hausherren nach einem herrlich zu Ende gespielten Konter. Scherreiks spielte das Leder auf Steffen Busch, dieser passte genau in den Lauf von Spielertrainer Andreas Krämer, der den Ball aus 17 Metern in die rechte Ecke schlenzte. Die beste Chance der Gäste resultierte aus einem fragwürdigen Freistoß, doch nach Elver Ismajlis Schuss landete der Ball nur am rechten Außenpfosten (26.).

Nach der Pause wendete sich das Blatt. Die SG Herdorf war nun das spielbestimmende Team, vergab aber zahlreiche hochkarätige Torchancen. Vor allem Steffen Busch (54., 59. und 62.) fehlte es im Abschluss an Glück, oder er scheiterte am eigenen Unvermögen. Bei der letzten Chance musste er den Ball nur einschieben, schoss ihn aber weit übers Tor.

Besser machte es erneut Scherreiks, der in der 70. Minute gleich zwei Abwehrspieler im Strafraum austanzte und zum alles entscheidenden dritten Treffer einnetzte. Auch danach hatte die SG weitere gute Chancen, ließ diese aber liegen. Der TuS Montabaur wurde seinerseits erst in den letzten zehn Minuten noch einmal wach, doch Marvin Scherreiks im Herdorfer Kasten zeigte gegen die Schüsse von Viktor Bichert (81.) und Matthias Wincek (83.) sein ganzes Können, hielt den Zu-Null-Sieg fest.

SG-Spielertrainer Dirk Spornhauer war nach dem Spiel natürlich zufrieden: „Wir wussten, dass uns heute mit Montabaur ein gutes Team erwartet. Sie haben in der ersten Halbzeit gut den Ball laufen lassen und auch gut kombiniert, am Strafraum war aber meist Ende. Wir waren heute giftig in den Zweikämpfen, und mit unseren beiden schnellen Spitzen ist vorne immer was möglich. Ein Sonderlob geht aber an unseren Oldie Arthur Berwanger, der sehr viel Abwehrarbeit verrichtet hat und ein hohes Arbeitspensum abspulte.“

Montabaur: Faller - Sprenger, Ismajli, Böhm, Leisenheimer (46. Kettler) - Wincek, Dinler, Pineker (46.Victor), Bichert - Schenkelberg, Dervishay.

Schiedsrichter: Jens Hülpüsch (Müschenbach).

Zuschauer: 95.

Tore: 1:0 Kenny Scherreiks (13.), 2:0 Andreas Krämer (22.), 3:0 Kenny Scherreiks (70.).

 

 

Staudt entscheidet das Derby für Bad Ems

420 Zuschauer sehen in Nievern mäßige Partie – Goldenes Tor für den „großen Nachbarn“ fällt aus dem Nichts

Niemand hat in 90 staubigen Derby-Minuten das Spielgerät so sauber getroffen wie Matthias Staudt beim alles entscheidenden Tor. Vermutlich eher zufällig hatte er die Situation erkannt und einen Ball im rechten Teil des Strafraums erlaufen. Ohne zu stoppen traf er mit dem Vollspann ideal die Kugel, die nach herrlichem Flug zum 0:1 (0:1) zwischen der SG Nievern/Fachbach und dem VfL Bad Ems ins Netz rauschte.

Der Bad Emser Trainer Frank Wendland bewertete die Lage nach dem Schlusspfiff dennoch betont nüchtern: „Das waren heute drei ganz wichtige Punkte gegen den Abstieg.“ Derby an der Lahn? Große Kulisse beim Hertha-Turnier? Alles egal, der Arbeitssieg zählte allein für den Nieverner in Diensten des VfL. In der Tat gab es nichts zu feiern für Anhänger gepflegten Fußballs. Als „katastrophal von beiden Seiten“, stufte Nieverns Coach Björn Wickert den ersten Durchgang ein.

Er sah sich ein „typisches 0:0-Spiel“ entwickeln, ehe die Führung der Gäste „aus dem Nichts“ fiel. Die beste Chance der Platzherren vergab Stefan Deusner, der über das Tor schoss (6.). Ein Kopfball Florian Pannys bei einer von Timo Hoffmeyer getretenen Ecke wirkte weiterhin noch ansatzweise gefährlich (32.). Ansonsten zeigte die SG nichts von dem, was sie bei den jüngsten Siegen gegen Montabaur und in Miehlen ausgezeichnet hatte.

Statt flink und flach zu kombinieren, operierten die Grün-Weißen immer wieder mit langen Bällen, die eine weite Streuung aufwiesen. Es kam kein Spielfluss auf. Aus den Reihen des VfL war nicht viel mehr zu sehen. Marco Jockel prüfte nach Einwurf Kay Ludwigs SG-Tormann Dennis Preuschoff mit einem Kopfstoß (10.). Dann trat Kay Jockel an, verzog jedoch aus halbrechter Position (21.).

In der Pause wurde es laut in der Nieverner Kabine – und zwar in einem Maß, dass diejenigen Zuschauer, die sich am nahen Getränkestand erfrischten, an Wickerts Ansprache teilhaben konnten. Genutzt hat es ein wenig. Die Gastgeber agierten fortan konzentrierter. „Wir haben in der zweiten Halbzeit mehr Fußball gespielt“, erkannte der Übungsleiter an, „vorher haben wir nur gebolzt und sind zu spät in die Zweikämpfe gekommen“.

Ein Chancenverhältnis von 4:1 für seine Elf hatte Wickert für die zweiten 45 Minuten erkannt. Wendland analysierte, dass Nievern kaum etwas aus dem Spiel heraus auf das Emser Tor brachte, und beide Trainer lagen nicht falsch. Christoph Schupp scheiterte zunächst an VfL-Torwart Mario Spanier, nachdem Deusner ihn frei gespielt hatte (60.).

Dann brach die Zeit der Standards an. Pannys Freistoß aus der 68. Minute war der beste; rechter Hand als Aufsetzer aufs Tor gebracht, geriet er sehr raffiniert, aber Spanier vollbrachte in dieser Szene eine Großtat. Ein Kopfball Matthias Hoffmanns nach Freistoß Marc Bauligs (70.) und ein erneuter Versuch Pannys (73.) gingen noch in die Notizblöcke ein. Die Gegner aus der Kreisstadt hielten insgesamt gut dagegen.

Akzente in der Offensive setzte der Aufsteiger erst wieder in der Schlussviertelstunde. Ein Konter über Marco Jockel und Micha Krohmann wurde in letzter Sekunde abgeblockt (79.). Ein Freistoß des eingewechselten Nicholas Liefke endete bei Preuschoff (86.). Höhepunkte blieben rar.

Die Nieverner mussten zudem relativ früh auswechseln. Hoffmeyer hatte einen Schlag aufs Auge bekommen, und Tobias Zaun war Gelb-Rot-gefährdet. Die Ampelkarte sah letztlich Deusner in der Nachspielzeit. Überhaupt ging es gegen Ende des Derbys hektisch zu vor 420 Besuchern. „Mit Fußball hatte das nicht viel zu tun“, räumte Wendland ein.

Schiedsrichter Rainer Wulftange aus Wölferlingen forderte an beiden Bänken Ruhe ein. Versöhnlich und gut nachbarschaftlich verabschiedete sich immerhin der Sportplatzsprecher: „Wir danken allen Akteuren, vielleicht können wir nachher zusammen ein Bier trinken“, schlug er vor.

 

 

Michele Saal trifft ins Schwarze und bereitet Tor vor

SG Miehlen/Nastätten feiert mit 2:1 bei der SG Bruchertseifen/Eichelhardt ersten Saisonsieg und belohnt sich endlich selbst

Der Knoten ist geplatzt. Das bisherige Bezirksliga-Schlusslicht SG Miehlen/Nastätten überraschte mit einem verdienten 2:1 (1:0)-Sieg bei der SG Bruchertseifen/Eichelhardt.

Miehlen agierte zu keiner Phase wie ein Abstiegskandidat. Die gut organisierte Truppe dominierte von Anfang an und ging schon nach acht Minuten in Führung. Nach einer Ecke wurde David Hübel von Michele Saal in Szene gesetzt und traf mit einem Flachschuss aus 15 Metern zum 0:1.

Die Gäste blieben dran und kamen vor allem über rechts immer wieder gefährlich vor das Tor. Eduard Fischer (11.) und Patrick Schneider (30.) hätten den Vorsprung ausbauen können.

Bruchertseifen, das im ersten Durchgang wenig inspiriert wirkte, fand erst kurz vor der Pause allmählich ins Spiel und hatte seine beste Aktion durch den aufgerückten Philipp Höhner, dessen Weitschuss in der 44. Minute die Latte streifte.

Nach dem Seitenwechsel kam Bruchertseifen gleich zu mehr Chancen, die aber meist kläglich vergeben wurden. So schoss Heiko Schnabel freistehend Torwart Bastian Hofmann an (48.), und zwei Minuten später beförderte der glücklose Valdet Krasniqi den Ball aus günstiger Position mit einem halbherzigen Schuss über das Tor.

Da erwies sich Miehlen im gegnerischen Strafraum doch als wesentlich abgebrühter. In der 75. Minute flankte der Ex-Lahnsteiner Vakkas Soyudogan von rechts in den Strafraum, wo gleich drei Bruchertseifener Verteidiger zuschauten, wie Saal hochstieg und unbedrängt zum 0:2 einnickte.

In der turbulenten Schlussphase gerieten die Mühlbachtaler arg unter Druck. Der in die Offensive gewechselte Philipp Höhner verwertete in der 80. Minute eine Flanke Luan Muriqis per Kopf zum 1:2. Kurz vor Schluss ließ Saal zunächst zwei Konterchancen ungenutzt, ehe Krasniqi nach einem weiten Abschlag von Mark Schuster eine Riesenchance zum 2:2 verpasste.

Bruchertseifens Übungsleiter Marc Odink ärgerte sich: „Das frühe Gegentor hat uns zurückgeworfen. Nach der Halbzeit hatten wir viele Chancen, am Ende stand der Ertrag in keinem Verhältnis zum Aufwand. Uns fehlen zurzeit noch die letzten Prozent. Die neuerliche Heimniederlage ist bitter.“

Miehlens Spielertrainer Rüdiger Graden hatte dagegen Grund zur Freude: „Wir hätten schon mehr Punkte verdient gehabt, aber heute sind wir endlich einmal belohnt worden. Unser Sieg geht in Ordnung, denn dass man in den letzten 20 Minuten bei einem selbst ernannten Mitfavoriten unter Druck gerät, ist normal.“

Vereinsportal ]  [ Impressum ]  [ Datenschutzerklärung ]  [ Kontakt ]   © 2018 SV Hundsangen
[ Letzte Änderung: 21. Oktober 2018 ]