SV Hundsangen e.V. 1926

27.12.2017, 07:13, Alter: 175 Tage
Kategorie: Fussball

Bilanz Bezirksliga

Von: rhein zeitung

Von Titelkampf bis Abstiegskrampf

Halbzeitbilanz Nach erster Saisonhälfte deutet sich Fünfkampf an der Spitze an – Aufsteiger überraschen – Zwei Trainerwechsel, die fruchteten

 

Je höher eine Fußballmannschaft im Amateurbereich spielt, desto weniger scheint man sich heutzutage für sie zu interessieren. Oberhalb der Kreisligen werden die Auswärtsfahrten länger und der lokale Charakter, der die Zuschauer in den unteren Klassen seit jeher mehr zu den Sportplätzen getrieben hat als das sportliche Geschehen selbst, schwindet. Die Bezirksliga Ost hat jedoch ihren eigenen Charme, auch weil sie in unserer Zeitung mit Vor- und Nachberichten zu den Spielen der heimischen Teams ausführlich Erwähnung findet. Grund genug also, in der fußballfreien Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen.

 

Die Titelanwärter

Bei der Abstimmung vor der Saison bekam die SG Emmerichenhain/Niederroßbach die meisten stimmen, als es um die Frage nach den Titelkandidaten ging. Und siehe da, die Mannschaft aus dem Hohen Westerwald bestätigte diese Vorhersage – zur freudigen Überraschung von Trainer Nihad Mujakic, der es als „sensationell“ bezeichnet, was seine Mannschaft bislang in dieser Saison geleistet habe. Das mag rückblickend auf die Spielzeit 2015/16, in der die Emmerichenhainer neben dem Bezirksliga-Aufstieg und dem Kreispokalsieg mit dem Einzug ins Rheinlandpokalfinale tatsächlich eine Sensation schafften, dem einen oder anderen übertrieben vorkommen. Doch Mujakic spielt damit nicht zuvorderst auf die spielerischen Darbietungen seiner Mannen an, sondern darauf, wie sie die Vielzahl an personellen Rückschlägen verkraftet haben. Vor allem der Ausfall von Keigo Matsuda, der sich gleich im ersten Spiel einen Kreuzbandriss zuzog, hatte große Auswirkungen auf das Angriffsspiel. „Ziel war es deshalb, einfach an der Spitze dranzubleiben“, verrät Mujakic. „Und jetzt stehen wir doch ganz oben.“ Vor allem dank David Quandel, der mit 22 Toren in 16 Partien seinem Ruf als Torjäger weiterhin gerecht wird.

Den Erwartungen gerecht wird bislang auch der TuS Montabaur, der vor dem Rundenstart ebenfalls zum Kreis der Favoriten gezählt wurde. Gerade mit Jung Hun Kim und Gabriel Jost hat Trainer Sven Baldus seinen Kader noch einmal spielerisch aufwerten können. Auch die „mannschaftliche Geschlossenheit“ und „den Willen des Einzelnen, alles für sie Mannschaft zu tun“, hebt Baldus hervor. Sollte sich daran nach der Winterpause nichts geändert haben, werden die Montabaurer wohl bis zum Saisonende ein Wörtchen mitreden im Kampf um die Spitze.

Gleiches gilt für den VfB Wissen, der unter Trainerfuchs Walter Reitz vor allen Dingen in der Abwehrarbeit zugelegt hat. Weniger als ein Törchen kassieren die Siegstädter pro Spiel, mit 14 Gegentoren weisen sie den mit Abstand besten Wert in dieser Statistik auf – und das, obwohl Reitz nach eigener Aussage „viele taktische Mängel“ festgestellt habe. Die scheint er allerdings weitestgehend behoben zu haben. Wie dem auch sei, Reitz freut sich bereits jetzt auf die Fortsetzung der Saison, die wegen des Vierkampfs an der Tabellenspitze seiner Meinung nach weiterhin „unglaublich interessant“ werden dürfte.

Wenn er da mal nicht einen Kontrahenten außer Acht gelassen hat. Denn mit zuletzt sechs Siegen am Stück befindet sich die SG Weitefeld-Langenbach/Friedewald/ Neunkhausen mittlerweile in Lauerstellung zu den vorderen Plätzen. Abstimmungsprobleme, gerade in der neu formierten Abwehr macht Trainer Jörg Mockenhaupt für den holprigen Start verantwortlich. Mit der Rückkehr diverser Leistungsträger kehrte dann aber allmählich auch die Ordnung im Spiel und auch die Zweikampfstärke zurück. „Wir wollen jetzt natürlich dranbleiben“, gibt Mockenhaupt die Devise fürs neue Jahr aus.

Dranbleiben also an der SG Emmerichenhain, dem VfB Wissen, dem TuS Montabaur – und auch an der Spvgg EGC Wirges. Der einstige Oberligist kommt nach dem Abstieg aus der Rheinlandliga und einem weiteren großen Umbruch für den direkten Wiederaufstieg infrage, was ihn unter den genannten Umständen auch zu einem der Überraschungsteams der Hinrunde macht.

Die Überraschungen

„Wir sind total zufrieden mit der Hinrunde, auch wenn wir aus den letzten beiden Spielen lediglich einen Punkt geholt haben“, sagt Markus Neuser, der gemeinsam mit Nikolai Foroutan seit Sommer das Trainerteam bei den „Glas-Chemikern“ bildet. „Etwas mehr Konstanz“ wünscht sich Neuser, ansonsten sei die junge Mannschaft auf einem guten Weg, der sie bis zum Saisonende nicht mehr von den Spitzenplätzen wegführen soll.

Von sich reden gemacht hat in der ersten Saisonhälfte aber nicht nur der Absteiger aus Wirges, sondern in erster Linie die Aufsteiger aus Wallmenroth und Ahrbach. „Wir haben gezeigt, dass wir mit allen Mannschaften mithalten können“, ist Stefan Häßler ebenso stolz auf seine SG Wallmenroth/Scheuerfeld wie Peter Olbrich auf seine SG Ahrbach/Heiligenroth/Girod. Beide Trainer befürchten jedoch auch, dass es für ihre Teams im neuen Jahr nicht mehr ganz so rund laufen könnte. Olbrich: „Die Impulse, die ein Aufstieg mit sich bringt, sind natürlich ein Stück weit verbraucht. Wir sind zudem keine Unbekannte mehr und die Gegner werden sich besser auf uns einstellen.“

Längst kein Unbekannter mehr ist die SG Westerburg/Gemünden, die in ihrer siebten Saison der Bezirksliga-Zugehörigkeit fast schon zum „alten Eisen“ zählt. Länger haben es am Stück nur Montabaur (seit 2010), Hundsangen (2007) und Weitefeld (2004) ausgehalten. Was auffällt: Die Westerburger haben von allen Mannschaften die wenigsten Niederlagen kassiert, gerade mal zwei Stück in 16 Spielen. Allerdings teilte auch keiner so oft die Punkte (8). Unter dem neuen Trainer Dobri Kaltchev ließ der erste Sieg lange auf sich warten, doch seit dem 4:2 gegen Ellingen am sechsten Spieltag sind die Westerburger ungeschlagen und beeindruckten unter anderem beim 5:2 im Derby gegen Spitzenreiter Emmerichenhain. Und vielleicht geht es ja im neuen Jahr noch hoch hinaus. Denn gleich zum Auftakt der Restsaison stehen nacheinander Partien gegen Montabaur, Wirges und Weitefeld an. Je nach Ausgang kann die SG zu den Spitzenteams aufschließen – oder sie muss den Blick wieder nach unten richten.

Ein böses Erwachen gab's derweil bei der SG Ellingen/Bonefeld/Willroth, die sich noch im Sommer gut gerüstet sah für große Ziele. Die Realität sieht mittlerweile jedoch ganz anders aus. Auch einer erheblichen Verletztenmisere geschuldet, hinkt die Mannschaft von Thomas Kahler ihren Ansprüchen so weit hinterher, dass sogar der Abstieg nach etwas mehr als der Hälfte aller Spiele kein Tabuthema mehr ist.

Die Abstiegskandidaten

Das gilt auch für die SG Müschenbach/Hachenburg, deren Trainer Volker Heun bereits vor dem Saisonstart geahnt hat, dass ihr eine schwierige Saison bevorstehe. „Der Tabellenstand entspricht dem, wie wir uns präsentiert haben“, meint Heun. Vor allem die Niederlagen gegen Osterspai und Hamm sowie das magere 1:1 gegen Burgschwalbach, die allesamt noch hinter den Müschenbachern stehen, stoßen ihm sauer auf. „Punkte gegen direkte Konkurrenten zählen eben doppelt“, bemüht Heun eine Weisheit, die nicht nur auf den Fußball, sondern den Sport insgesamt zutrifft.

Allgemein gültig ist im Sport auch, dass sich Spieler, die der Jugend entwachsen, naturgemäß erst an den raueren Seniorensport gewöhnen müssen. Das hat beim VfL Hamm für den Geschmack von Michael Trautmann allerdings länger gedauert als erwartet, weshalb die Mannschaft lange Zeit das Tabellenende zierte – bis Trautmann Ende Oktober Philipp Höhner als Trainer ablöste. Unter ihm verließen die „Hämmscher“ mit zehn Punkten aus den letzten fünf Spielen fürs Erste die Abstiegszone, die damit zur Winterpause allein vom Rhein-Lahn-Trio bevölkert wird.

Mit zwei Siegen aus den ersten drei Spielen verheißungsvoll gestartet, ging es für den VfL Bad Ems fortan stetig bergab. Eine Niederlagenserie zum Schluss mit insgesamt 19 Gegentoren in fünf Partien ließ das Team von Kay Ludwig bis auf den drittletzten Platz zurückfallen. Auch der Plan der FSV Osterspai/Kamp-Bornhofen, an die gute Rückrunde der Vorsaison anzuknüpfen, ging nicht auf. „Dann müssen wir eben der Verlauf der letzten Saison wiederholen“, weiß Trainer Niko Helbach, dass eine Steigerung für den Nichtabstieg unabdingbar ist. Viel Lob, aber wenig Punkte erhielt Neuling TuS Burgschwalbach für seine Darbietungen im ersten Halbjahr nach der Rückkehr auf die überkreisliche Ebene. „Wir hatten viele gute Spiele und teilweise knappe Ergebnisse“, zielt Trainer Torsten Baier darauf ab, dass seine Mannen durchaus mithalten können.

Bei der SG Hundsangen/Obererbach hat sich die zwischenzeitlich heikle Lage entspannt. Ähnlich wie in Hamm stellte sich auch hier der erwünschte Effekt eines Trainerwechsels ein. Martin Scherer ging, Daniel Hannappel und Dominik Pistor übernahmen – und holten aus drei Spielen gleich mal sieben Punkte. Im neuen Jahr soll Thomas Arzbach das Abstiegsgespenst endgültig vertreiben.

 

Jenseits von Gut und Böse

Die SG Elbert/Welschneudorf/Stahlhofen strebt in ihrer dritten Bezirksliga-Saison bislang erfolgreich einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. Zwar schwächelte die Mannschaft von Trainer Michael Diel gegen Jahresende mit nur einem Pünktchen aus fünf Spielen, doch wer sich bis dahin ein entsprechendes Punktepolster verschafft hat, den wirft so etwas nicht aus der Bahn.

 

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[ Letzte Änderung: 20. Juni 2018 ]