SV Hundsangen e.V. 1926

08.03.2017, 06:21, Alter: 2 Jahre
Kategorie: Allgemein

Desch glaubt nicht an Revolution

Von: rhein zeitung

 

 

FVR-Präsident sieht Amateure im Zwist mit dem DFB im Nachteil

 

 

Walter Desch, der Präsident des Fußballverbands Rheinland (FVR), wird auch dabei sein, wenn sich heute um 19 Uhr im Hotel Grüters in Mülheim-Kärlich Vertreter der Amateurvereine aus dem Rheinland treffen. Ziel der Klubs ist es, eine Resolution an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu verabschieden, in dem sie mehr Anteil an den im Profifußball gehandelten Summen fordern. Im Interview mit unserer Zeitung spricht Desch über die Erfolgsaussichten der „rebellischen“ Vereine.

 

Was erwarten Sie von der heutigen Veranstaltung?

Ich habe Verständnis, dass sich Vereine Gedanken machen, wie sie an mehr Geld vom DFB und/oder der DFL kommen. Ich habe mit den Initiatoren dieser Bewegung auch sehr offene Gespräche geführt und finde den Entwurf der Resolution sehr ordentlich. Gespannt bin ich, wie sich DFB-Vizepräsident Rainer Koch aus der Affäre zieht, der ja die DFB-Linie vertritt. Und ich glaube nicht, dass daraus eine bundesweite Bewegung wird. Aber einen Versuch ist es wert.

 

Was halten Sie von den Forderungen der „Rebellen“?

Ich glaube, dass am Grundlagenvertrag, der die Geldflüsse zwischen DFL und DFB regelt und der für sechs Jahre gilt, nicht zu rütteln sein wird. Ich sehe bessere Chancen für die Amateurvereine, wenn es um die Verteilung der Pokalgelder geht. Dass nur die Amateurvereine von den 155 000 Euro Antrittsgeld für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal 40 000 Euro an ihren Landesverband abgeben, ist meines Erachtens zu kurz gedacht. Der Vorschlag, auch die Profivertreter sollen auf 40 000 Euro verzichten, erscheint mir sinnvoll. Die weitergehende Forderung, dass der DFB 10 Prozent der 65 Millionen Euro, die für den Pokal ausgeschüttet werden, an die Amateure geben soll, hat wohl keine Chancen.

 

Was ist mit der Forderung der Amateurvereine, ihnen die Kosten für Schiedsrichter und Auswärtsfahrten abzunehmen?

Das hört sich gut an, ist aber völlig illusorisch. In der vergangenen Saison sind in unserem Verband 560 000 Euro Schiedsrichterkosten angefallen. Wenn man das auf die 21 Landesverbände hochrechnet, kommt man auf 30 Millionen Euro oder mehr. Bei den Fahrtkosten für die überkreislich spielenden Mannschaften sieht es besser aus, da reden wir über 60 000 Euro.

 

Die Amateure führen den Zuschauerrückgang auch auf die vielen Liveübertragungen vom Profifußball zurück. Zu Recht?

Dazu haben wir im FVR eine Erhebung gemacht, die diese Behauptung nur zu einem geringen Teil bestätigt. Ich glaube, entscheidender sind Dinge wie der Tabellenstand und der Gegner. Die Vereine müssen den Kontakt zu ihren Zuschauern pflegen; das ist leicht gesagt, aber schwer umzusetzen. Vielleicht können die Klubs flexibler werden, was die Spielansetzungen angeht. Sinnvoll fände ich es, die Saison über Mitte Mai hinaus zu verlängern und die neue Spielzeit am 1. August statt am 1. Juli starten zu lassen, um Zeit für Entscheidungsspiele zu haben.

 

Der FVR leidet unter einem Standortnachteil, den er nur mit drei anderen Landesverbänden teilt: Er hat keinen Profiverein.

Das ärgert mich: Die Klubs der beiden Bundesligen führen 2,35 bzw. 1,25 Prozent der Zuschauereinnahmen an ihren Landesverband ab. Aus diesem Topf bekommt der Südwesten mit Mainz 05 und dem 1. FC Kaiserslautern jede Saison zwischen 300 000 und 400 000 Euro mehr als wir. Das ist ungerecht.

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