SV Hundsangen e.V. 1926

05.01.2017, 06:49, Alter: 1 Jahre
Kategorie: Allgemein

Einwurf von Stefan Kieffer

Von: rhein zeitung

 

 

 

zu den Problemen der Amateurfußballer

 

Die Solidarität und ihre Grenzen

 

 

Fußballer sind wohl die einzigen Sportler, die über zu viel TV-Präsenz ihrer Sportart klagen. Im medialen Hyper-Hype um die kickenden Lieblinge der Nation, der mittlerweile obszöne Summen in die Kassen der Vereine und von da auf die (Schwarz-)Konten der Fußballprofis spült, droht der „normale“ Fußball unterzugehen. Dass sich im entfesselten Fußball-Kapitalismus die Abteilung Big Business um Lichtjahre von der Basis abgesetzt hat, ist unbestreitbare Tatsache.

 

Dennoch werden Volley-, Basket- oder Federballer angesichts der Klagen aus dem Lager der Fußball-Amateure verwundert den Kopf schütteln. Der Finanzbedarf, den die Klubs veranschlagen, um in die nächst höhere Liga aufzusteigen, lässt FVR-Präsident Walter Desch zu Recht fragen: „Wofür brauchen die Vereine so viel Geld?“

 

(Nicht nur) die besten Amateurklubs der Region jonglieren mit Ausgaben, die der Spielbetrieb beim besten Willen nicht generieren kann. Der kleine Fußball funktioniert ja vielerorts genauso wie der angeblich große, zumindest tendenziell. Die besten Kicker verlangen das meiste Geld, und häufig bekommen sie es auch. Ambitionierte Mannschaftssportler in sogenannten Randsportarten verdienen in der Regel nichts, häufig zahlen sie sogar noch drauf, fahren mit dem eigenen Auto zum Auswärtsspiel ins Saarland oder in die Pfalz und räumen nach Heimspielen eigenhändig die Halle auf.

 

Dass Fußballer und ihre Arbeitgeber zur Besinnung kommen und sich beispielsweise auf eine „Salary Cap“, eine gemeinsame Gehaltsobergrenze, einigen, ist illusorisch. So weit geht die Solidarität der Kleinen denn doch nicht. Aber vielleicht bringt die aktuelle Not die Amateure aller 21 DFB-Landesverbände ja dazu, gemeinsam für realistische Forderungen an die Profiklubs aufzutreten. Das wäre spannend, wenn der deutsche Fußball mal offen über seine wahren Probleme diskutierte, anstatt sie unter einer klebrigen Soße der Harmonie zu ersticken.

 

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