SV Hundsangen e.V. 1926

22.07.2012, 20:02, Alter: 5 Jahre
Kategorie: Allgemein

Es gibt nichts, was es nicht gibt

Von: nnp

Haare gefärbt, Brille auf und ab geht’s


Das Sportgericht des Fußballkreises Limburg-Weilburg hatte es mit einem in dieser Form nie dagewesenen Fall zu tun: Ein Junioren-Betreuer hat seine Identität geändert und war als Spieler angetreten.


Am 11. Mai ging es in Mengerskirchen im entscheidenden letzten Spiel der B-Junioren-Kreisklasse 1 um die Meisterschaft zwischen dem SV Mengerskirchen und der JSG Heidenhäuschen. Der Trainer der JSG, Mario K. (zu diesem Zeitpunkt auch aktiver Spieler bei den Senioren des FC Dorndorf und inzwischen zum VfL Eschhofen gewechselt), hatte – so das Sportgericht um den Vorsitzenden Guido Erwes – um dem nicht mehr im Bereich der JSG wohnhaften Spieler Rudi H. ähnlich zu sehen, sich die Haare gefärbt, eine entsprechende Brille aufgesetzt und unter dem Namen "Rudi H." für die Heidenhäuschen-Elf gespielt. Für dieses unglaubliche Vergehen bestrafte ihn das Sportgericht mit einer Sperre vom 17. Juli bis zum 17. November 2012.

 

In der Urteilsbegründung heißt es: "Der Bitte des Spielers um Milde konnte im vorliegenden Fall das Sportgericht nicht nachkommen. Der Spieler war für die JSG Heidenhäuschen als Trainer und Betreuer tätig. In dieser Eigenschaft hat er für die von ihm betreuten Spieler Vorbildfunktion. Seine Vorbildfunktion hat er ins Gegenteil umgewandelt. Er hat seinen Spielern vorgemacht, wie man die Vorschriften des Hessischen Fußballverbandes umgehen kann, anstatt darauf einzuwirken, dass diese von seinen Spielern eingehalten würden. Sein Einsatz war auch nicht spontan, weil einige seiner Spieler ausgefallen waren. Vielmehr hat dieser das Vorgehen von langer Hand vorbereitet. Er hat sich die Haare gefärbt und sich die entsprechende Brille besorgt, um dem Spieler H., für den er sich ausgegeben hat, ähnlich zu sehen. In der ordentlichen Gerichtsbarkeit würde das Gericht von einer enormen kriminellen Intensität reden, mit der der Spieler sein Vorgehen vorbereitet hat."

 

Und: "Bei der Strafzumessung war weiter zu berücksichtigen, dass der Spieler K. seinen Spielern vermittelt hat, dass man es mit den Richtlinien des HFV nicht so genau zu nehmen brauche und diese auch umgehen kann, wenn man die richtigen Schritte in die Wege leitet. Sein Verhalten entspricht nicht dem eines verantwortlichen Betreuers oder Trainers, sondern stellt genau das Gegenteil dar. Aus diesen Gründen konnte der Bitte um Milde nicht entsprochen werden. Vielmehr ist das Sportgericht der Auffassung, dass hier fast die Höchststrafe angemessen ist, um den Spieler davon abzuhalten, in Zukunft sich wieder unsportlich zu verhalten."

Wer die Kosten des Verfahrens trägt, hat das Team um Guido Erwes so entschieden: "Die Kosten des Verfahrens waren der JSG Heidenhäuschen aufzuerlegen. Zum Zeitpunkt des Spiels war der Spieler für den FC Dorndorf spielberechtigt und ist dies im Moment für den VfL Eschhofen. Bei einer Kostenauferlegung auf den Spieler K. wären diese beiden Vereine in die Haftung zu nehmen, die tatsächlich mit der Angelegenheit nichts zu tun haben. Dies wäre nicht gerechtfertigt." Das Spiel, das damals mit 3:2 für Mengerskirchen ausgegangen war, wird nachträglich in ein 3:0 abgeändert, zudem werden der JSG Heidenhäuschen noch drei Punkte abgezogen.

 

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[ Letzte Änderung: 17. Januar 2018 ]