SV Hundsangen e.V. 1926

10.01.2012, 18:50, Alter: 6 Jahre
Kategorie: Allgemein

Fazit der Teams aus dem AK Kreis

Von: rhein zeitung

Nach dem Aufstieg der SG Malberg/Rosenheim in der vergangenen Saison sind in der Fußball-Bezirksliga Ost in dieser Spielzeit noch sechs Mannschaften aus dem Kreis Altenkirchen vertreten. Bis zur Winterpause sorgten die hiesigen Vertreter für einige Überraschungen:

So stürmte beispielsweise die SG Weitefeld-Langenbach/Friedewald auf Rang drei der Liga; dagegen enttäuschte die SG Bruchertseifen/Eichelhardt bislang und findet sich in der Abstiegsregion wieder.

 

 

SG Neitersen/Altenkirchen


Die SG Hundsangen hatte am letzten Spieltag keine Chance mehr, an der SG Neitersen/Altenkirchen vorbeizuziehen, das Spiel in Miehlen fiel aus. So überwintert die neue Spielgemeinschaft von Trainer Thorsten Gerhardt auf dem Aufstiegsplatz. Nicht nur aufgrund des knappen Vorsprungs auf die Verfolger sagt Gerhardt: "In dieser Liga dominiert keine Mannschaft. Wir sind eine der Mannschaften, die in der Lage sind, bis zum Schluss ein Wörtchen mitzureden." Das haben die Spieler vor allem auf eigenem Platz gezeigt, achtmal gewann die SG, nur gegen den TuS Montabaur gab sie beim 2:5 die Punkte ab. Diese Pleite nagte am Selbstvertrauen, die bis dahin so souveränen Neiterser - in zwölf Spielen zuvor hatten sie nur einmal verloren - patzten anschließend auch im Derby in Berod (0:3). Doch die Mannschaft fing sich wieder und holte anschließend drei Siege aus vier Spielen. Auffallend bei der SG ist die geringe Torausbeute, nur Puderbach traf seltener; dafür gewann Neitersen achtmal mit 1:0. "Ich glaube, dass das kein Zufall ist", sagt Gerhardt, "wir haben unsere Gegner meist 90 Minuten und mehr unter Druck gesetzt und nur gegen Hundsangen und Guckheim am Ende glücklich gewonnen." Verlassen konnte sich der Trainer auf die Defensive, mit Herdorf (beide 20 Gegentore) die beste der Liga. Entsprechend wundert Gerhardts Credo nicht: "Eine gute Offensive gewinnt Spiele, eine gute Defensive gewinnt Titel."

 

 

SG Weitefeld-L./F.


Angesichts der unerwarteten Erfolgsbilanz der SG Weitefeld-Langenbach/Friedewald gibt auch Trainer Volker Heun zu: "Mit dem dritten Platz hätte wohl keiner gerechnet. Allerdings hatte sich das Riesenpotenzial schon in der Vorsaison und in der Vorbereitung angedeutet." Doch die SG gewinnt nicht nur, sie schießt vor allem entgegen früherer Gewohnheit Tore, bislang mehr als alle anderen Teams. Und nicht nur die Momentaufnahme passt, auch die Perspektive stimmt: Sieben Spieler der Stammformation sind unter 20 Jahre alt. So stellt auch Heun fest: "Wenn die Mannschaft zusammen bleibt, kann sich viel entwickeln." Doch trotz der teils begeisternden Spiele und Rekorde - das 8:1 (gegen Bad Ems) und das 7:1 (in Siegtal) sind die höchsten Siege der Liga - sowie einer "überragenden Harmonie im Team" (Heun) war nicht alles Gold, was glänzte. Die Umstellung auf die Viererkette, die Heun entgegen seiner ursprünglichen Überzeugung konsequent durchzog, verlief - erwartungsgemäß - schleppend, die Defensive stand und steht noch nicht wie gewohnt, und der Trainer hat weitere Kritikpunkte: "Teilweise habe ich das Gefühl, dass die Spieler sich zufrieden geben und es schleifen lassen. Aber man darf sich nicht ausruhen." Entsprechend entgegnet der Trainer möglicherweise gestiegenen Erwartungen mit Vehemenz: "In Weitefeld wird nicht geträumt. Mit dem Aufstieg beschäftigen wir uns nicht."

 

 

SG Herdorf


Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf die Spitzenposition derzeit, und was für die SG Herdorf möglich gewesen wäre, weiß auch Spielertrainer Andreas Krämer, der mehreren vergebenen Punkten hinterher trauert. "Um ganz vorne mitzuspielen fehlt uns die Konstanz", sagt Krämer, der den "guten Zusammenhalt" im mit vielen neuen Spielern verstärkten Kader lobt, um dann zum Kern vorzudringen: "Unsere vielen Roten Karten haben uns selbst geschadet." Gleich viermal sahen Herdorfer Spieler direkt rot, so oft wie in keinem anderen Team; dazu kamen noch drei Gelb-Rote Karten. Mit der Entstehung einzelner Hinausstellungen hadert Krämer. "Zwei Karten gab es nach dem Spiel. Das waren Reaktionen auf Provokationen der Gegner - das muss nicht sein", sagt der Spielertrainer, macht aber auch deutlich: "Diese Undiszipliniertheiten dürfen nicht vorkommen. Wir haben viel Kredit verspielt, den wollen wir zurückholen und unauffällig bleiben. Das ist uns zuletzt gelungen." Aufgefallen sind die Herdorfer bisher auch durch ihre starke Abwehr, "und nach vorne ist immer was möglich", wie Krämer, mit zehn Toren erfolgreichster Schütze der SG, feststellt. Dabei zeigte seine Mannschaft gerade gegen die besser platzierten Teams starke Leistungen und hätte mehr als zwei Punkte (1:1 gegen Neitersen, 2:2 gegen Hundsangen) verdient gehabt. Und so stellt Krämer zufrieden fest: "Wir können mit den Spitzenteams mithalten."

 

 

SC Berod-Wahlrod

 

Zwischen dem fünften und zwölften Spieltag blieb die Mannschaft von Spielertrainer Thomas Schäfer ungeschlagen - so lange wie keine andere der Liga. Nicht zuletzt dieser Serie verdanken die Beroder ihre gute Position und den Vorsprung von sechs Punkten auf einen Abstiegsplatz. "Nach den ersten vier Spielen mit 14 Gegentoren hätte ich das nicht für möglich gehalten", gibt Thomas Schäfer zu. In Berod vollzog er in dieser Saison nicht nur den personellen Umbruch, baute gleich vier A-Jugendliche ins Team ein und senkte den Altersschnitt deutlich, sondern wagte ähnlich wie Weitefeld den Systemwechsel auf die Viererkette. Entsprechend waren Startprobleme einkalkuliert. "Ich habe gesagt, wir brauchen zehn Wochen, und die haben wir gebraucht", sagt Schäfer, der selbst mit 30 Jahren ältester Spieler ist. Während sich die Defensive steigerte, war der Angriff stets gefährlich, nur zwei Teams trafen häufiger. "Wir haben gezeigt, dass wir die Mannschaften von oben ärgern können", freut sich Schäfer und verweist auch auf den 3:0-Sieg gegen Primus Neitersen ("Das war der Höhepunkt der Hinrunde"). Auf der anderen Seite kassierte der SC mehrfach Niederlagen durch Tore in der Schlussphase und verbaute sich dadurch eine noch bessere Ausgangsposition. Entscheidend für Schäfer war jedoch eine andere Erkenntnis: "Unabhängig von der Punktausbeute stimmt die Entwicklung."

 

 

Siegtaler Sportfreunde

 

Mit Platz zehn blieben die Siegtaler Sportfreunde bislang hinter den eigenen Erwartungen zurück, unter die ersten Sechs wollte der Zweite der Vorsaison kommen. "Wir können froh sein, dass wir 25 Punkte haben", sagt Trainer Heiko Bedranowsky, "wir sind mit einem blauen Auge davongekommen." Grund für die Bescheidenheit der Siegtaler ist eine Misere, bis September fehlten allein neun Spieler aufgrund von Verletzungen; in drei Spielen musste die Mannschaft ohne gelernten Verteidiger auskommen. Um über die Runden zu kommen, wurden die Routiniers Torsten Könsgen und Detlef Lemke reaktiviert. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt Bedranowsky, und beinahe trotzig erklärt er: "Jeder macht so eine Phase durch. Ich hoffe nur, wir haben sie jetzt hinter uns." Dennoch ist auch Bedranowsky nicht vollends zufrieden, schließlich holte sein Team aus den jüngsten fünf Spielen nur sechs Punkte. "Das war enttäuschend. Da haben wir endlich die komplette Mannschaft, und dann machen die Spieler nur dünn drüber", ärgert sich der Trainer und verweist vor allem auf die Niederlagen in Bad Ems (2:4) und in Nievern (1:3). Umso enttäuschender war für ihn der Saisonausklang, da die Siegtaler zuvor gegen Montabaur beim 6:2 noch geglänzt hatten. So muss sich Bedranowsky ungewollt mit dem Abstieg beschäftigen: "Nach hinten ist es noch eng, da dürfen wir uns nicht verschließen."

 

 

SG Bruchertseifen/Eichelh

 

Bei keinem anderen Verein klaffen Ansprüche und Realität derzeit so weit auseinander wie in Bruchertseifen: Statt Aufstiegsrennen ist nun Abstiegskampf angesagt. Erste Maßnahme nach Abschluss der Runde war die Trennung von Trainer Marc Odink - Torsten Ratzi und Ralf Schupp übernehmen bis Saisonende als Spielertrainer-Duo. Abteilungsleiter Ralf Bourscheidt kritisiert dennoch zuerst die Spieler: "Man muss mit der Mannschaft hart ins Gericht gehen. Die Leistungsträger sind nicht in gewohnter Form." Dabei lag es gar nicht mal an der Abwehr, die mit 30 Gegentoren die sechstbeste der Liga ist. Im Angriff blieb die SG mit 30 Toren - nur vier Mannschaften trafen seltener - weit hinter den Möglichkeiten zurück. "Chancen hat sich die Mannschaft oft herausgespielt, diese aber nicht genutzt", erkannte Bourscheidt, "das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison." Zudem fehlte der SG die Konstanz: Siegen in Stahlhofen (4:1), in Hundsangen (3:0) und gegen Guckheim (3:1) stehen Pleiten in Fernthal (1:2), in Bad Ems (1:2) und gegen Miehlen (1:2) gegenüber. "Der unbedingt Wille zum Sieg hat gefehlt", analysiert Bourscheidt, verweist aber auch auf die Ausfälle einiger Leistungsträger wie Philipp Höhner und Daniel Frohn. Somit bleibt dem Abteilungsleiter nur eine Feststellung: "Das Glück fehlte uns, aber das ist auch unsere eigene Schuld."

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