SV Hundsangen e.V. 1926

17.12.2016, 13:07, Alter: 2 Jahre
Kategorie: Allgemein

Feierabend für SpVgg Burgbrohl

Von: rhein zeitung

 

 

 

Ende mit Schrecken für die SpVgg Burgbrohl


Fußball-Oberliga

 

 

Vorstand zieht Mannschaft aus personellen Gründen zurück – Ziel ist ein Neubeginn im Sommer in der Rheinlandliga

 

Von unserem Redakteur Marcus Pauly

 

Nach dreieinhalb Jahren ist das Kapitel „Fußball-Oberliga“ für die SpVgg Burgbrohl vorzeitig beendet. Der Vorstand des sportlich schwer angeschlagenen Tabellenletzten, der nur einen Punkt aufweist, hat entschieden, die Saison nicht zu Ende zu spielen. „Wir ziehen die Mannschaft mit sofortiger Wirkung zurück“, berichtet der Vorsitzende Ralf Dünchel. Das hat der Verein auch dem Regionalverband Südwest mitgeteilt. Begründung: personelle Not.

Angesichts der Umstände hatten die Verantwortlichen keine andere Möglichkeit mehr gesehen. Offenbar hatte eine Reihe von Spielern zur Winterpause Wechselabsichten signalisiert, hinzu kommen die beiden Langzeitverletzten Deniz Öztürk und Serhat Güler. Der Kader hätte nicht mehr ausgereicht, und in neue Spieler zu investieren, lohnte angesichts des aussichtslosen Rückstandes in der Tabelle nicht. Somit steht Burgbrohl nun als erster Absteiger fest.

 

Spielleiter Hemmler: „Traurig“


„Traurig, traurig“, findet Oberliga-Spielleiter Hans-Bernd Hemmler den Vorgang. Wie die Vorgaben der Spielordnung nun genau umgesetzt werden, wird die Spruchkammer des Verbandes noch entscheiden, allerdings kaum vor Weihnachten. Zu erwarten sein dürfte, dass die Burgbrohler Spiele aus der Tabelle herausgerechnet werden. Was bei den Punkten keine großen Verwerfungen mit sich brächte (Burgbrohl hatte nur einen Punkt), wohl aber beim Torverhältnis, zumal auch schon zwei Rückrundenspiele absolviert sind. „Der Wettbewerb ist gestört“, sagt Hemmler. Weshalb auf Burgbrohl auch eine nicht geringe Geldstrafe zukommt. Bei nur einigen Hundert Euro wird es dabei nicht bleiben.

 

Und wie geht es für Burgbrohl weiter? In diesen Tagen führt Teammanager Rainer Mueller Gespräche mit den Spielern über Auflösungsverträge, und auch mit Trainer Klaus Adams muss sich der Verein noch einigen. Und dann? „Wir wollen in der Rheinlandliga weitermachen“, betont Dünchel.

 

Wobei es sich noch um eine Absichtserklärung handelt. Gespräche mit potenziellen Sponsoren laufen noch, um die finanziellen Rahmenbedingungen abzustecken. Im Januar soll darüber mehr Klarheit herrschen.

Erst aber einmal steht die SpVgg Burgbrohl nur mit der zweiten Mannschaft da, die als Tabellenführer der Kreisliga C Ahr um den Aufstieg in die B-Klasse spielt. Wer ab Sommer in der Rheinlandliga spielt, wer als Trainer fungiert, steht in den Sternen.

Es lässt sich leicht ausmalen, wie schwierig es werden dürfte, eine komplett neue Mannschaft zusammenzustellen. Wer soll als Erster zusagen, wenn noch unklar ist, wer sonst noch im Boot ist? Abgesehen davon, dass es entsprechender finanzieller Anreize bedarf, muss ein Trainer da schon viel Überzeugungsarbeit leisten. Ob sich Adams diese schwierige Aufgabe noch einmal antun möchte?

Daraus, dass für ihn sein Engagement im Brohltal angesichts des guten Verhältnisses zum Verein, speziell auch zu Dünchel, eine Herzensangelegenheit war, hat der 49-Jährige nie einen Hehl gemacht. Er hatte die Mannschaft 2011 kurzfristig übernommen, beendete seine erste Saison auf Rang sieben in der Rheinlandliga, schaffte dann 2012/13 souverän den Aufstieg in die Oberliga.

Natürlich eine große Nummer für einen vergleichsweise kleinen Verein. Immerhin: Potenzielle und potente Sponsoren gab und gibt es im Brohltal durchaus, mehr noch als in anderen Teilen des Kreises Ahrweiler. Freilich entsprechen Rahmenbedingungen und Infrastruktur nicht unbedingt Oberligaansprüchen.

Es steht lediglich ein Rasenplatz zur Verfügung, weshalb man im Winter zum Training auf den Kunstrasenplatz in Niederzissen ausweichen muss – nicht gerade ideal. Der Hilferuf an die Gemeinde mit Bitte um Verbesserung brachte keine Änderung. Und daran werde sich, so die aktuelle Meldung, auch in den nächsten zwei, drei Jahren nichts ändern.

Ebenfalls ungünstig: Es mangelt am sportlichen Unterbau. Die Kluft zur zweiten Mannschaft in der C-Klasse ist zu groß, in der Jugend gibt es nur ein B-Juniorenteam in der Kreis-Staffel, aber keine A- und keine C-Junioren.

Dem Problem wollen die Burgbrohler nun beikommen, indem Gespräche mit dem Jugendförderverein Zissen anstehen, dem die SpVgg beitreten könnte. Aber da will erst einmal eine allgemeine Einigung erzielt sein.

Trotzdem sorgte Burgbrohl speziell im ersten Jahr mit erfrischendem und technisch gutem Offensivfußball für Furore, erinnert sei an das bemerkenswerte 5:0 bei Tabellenführer SC Hauenstein. Am Ende, nach einer schwächeren Rückrunde, stand Platz zehn zu Buche, im Jahr danach Rang 13 und zuletzt nach hartem Abstiegskampf Platz 14.

 

 

 

Verlust von 15 Spielern


Wie es nun mit ihm weitergeht, weiß Adams zu diesem Zeitpunkt auch nicht: „Das ist doch viel zu früh. Es sind noch etliche Fragen zu klären“, sagt er und räumt gleichzeitig ein, dass die zurückliegenden Monate einiges an Kraft gekostet haben: „Das war schon anstrengend. Schade, dass die Mannschaft nicht mehr Punkte geholt hat. Sie hat sich trotz allem gut verkauft. Es gab keine Ausfallerscheinungen.“

Dennoch drohte zur Winterpause das, was im Sommer schon geschehen war: Angesichts zwischenzeitlich unklarer Zukunftsperspektiven hatten 15 Spieler die SpVgg zum Saisonwechsel verlassen, es musste ein komplett neuer Kader aufgebaut werden. Dass das grüne Licht zu einer weiteren Saison in der Oberliga erst relativ spät gekommen war, erschwerte die Suche.

Und so gestand Adams ein: „Es fehlte letztlich an Qualität und an der Breite im Kader.“ Hinzu kam von Beginn an ausgemachtes Verletzungspech, sodass die Negativentwicklung immer mehr in Gang geriet.

Da half es auch nicht, dass sich Burgbrohl im Sommer in der sportlichen Verantwortung breiter aufgestellt hatte mit Co-Trainer Ilkay Keskin und Teammanager Rainer Mueller. Auch sie konnten nicht verhindern, dass nun nach 19 Spielen mit nur einem Punkt und 8:64 Toren Schluss ist.

„Ich kann die Entscheidung verstehen“, meint Mueller, der auch noch keine Ahnung hat, ob und wo er sich künftig engagieren wird. So viel weiß er aber schon: „Es muss eine Vereinsphilosophie geben, sportliche Ziele, Sponsoren und das Umfeld müssen klar sein.“ Alles Punkte, an denen Burgbrohl nun arbeiten muss, um tatsächlich eine Rheinlandligamannschaft auf die Beine zu stellen.

 

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