SV Hundsangen e.V. 1926

05.10.2011, 08:45, Alter: 7 Jahre
Kategorie: Allgemein

Fussball brutal

Von: A. Bethke

Eine für diese Saison rekordverdächtig lange Sperre hat ein Spieler des SV Elz II vom Kreissportgericht des Fußballkreises Limburg-Weilburg um den Vorsitzenden Guido Erwes und die Beisitzer Heribert Stamm und Toni Stillger aufgebrummt bekommen.

 

So wurde Mario König für 24 Pflichtspiele gesperrt und kommt dadurch in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz. Das Fußballgericht sah es als erwiesen an, dass der Elzer beim am 4. September in der 85. Minute beim Stand von 5:1 für sein Team abgebrochenen Spiel in der Gruppe 2 der C-Liga bei WGB Weilburg seinen Gegenspieler geschlagen und, als dieser am Boden lag, mehrfach getreten hat. Daraufhin eskalierte die Situation, was Schiedsrichter Rainer Schmitt (TSG Oberbrechen) schließlich dazu veranlasste, die Partie abzubrechen. Da Zuschauer an den Tumulten beteiligt waren, wurde WGB Weilburg mit einer Geldstrafe von 100 Euro belegt. Die Begegnung wird mit 5:1 für den SV Elz II gewertet, der damit bis auf einen Punkt an Tabellenführer TuS Staffel heranrückt.

 

 

 

Eklat in Staffel

 

Das Gute zuerst: Schiedsrichter Emin Demirtas, der am Sonntag nach der Partie in der Gruppe 2 der Fußball-C-Liga zwischen dem TuS Staffel und dem TuS Laubuseschbach II (1:1) aus kurzer Distanz von einer Bierflasche getroffen wurde, geht es wieder besser.

 

Wie Rainer Höpp vom SV Wolfenhausen, für den der Unparteiische pfeift, auf Nachfrage dieser Zeitung berichtete, sei der Schiri am Sonntagabend im Krankenhaus ambulant behandelt worden. Er hat Schnittwunden und Prellungen am Kopf davon getragen. Ein Zuschauer hatte ihm aus nächster Nähe eine Bierflasche gegen den Kopf geschleudert. Diesen tätlichen Angriff hat ein Verantwortlicher des TuS Laubuseschbach, der am Sonntag in Staffel vor Ort war, so geschildert. Die vom Gast verständigte Polizei nahm den mutmaßlichen Täter im Laufe des Abends fest.


Wie war es zu den Tumulten gekommen? Dazu sagt der Laubuseschbacher: "Schon während des Spiels haben einige Spieler des TuS Staffel nach einer roten Karte in der 50. Minute gegen einen Mitspieler ständig den Schiedsrichter angemeckert. Von den Zuschauern kamen dann noch einige üble Beschimpfungen hinzu. Aus meiner Sicht gab es dazu aber wenig Grund, denn die rote Karte war nach einem Ellenbogencheck verdient. Dies hat auch der Staffeler Spielertrainer Peter Simon mir gegenüber so bestätigt. Wir haben dann in der 90. Minute den Ausgleich geschossen. Danach hat ein zweiter Staffeler Spieler Rot gesehen. Richtig los gegangen ist das Ganze dann, als das Spiel zu Ende war. Einer unserer Spieler wurde im Sportheim von einem Staffeler attackiert. Der Schiedsrichter wollte ihn schützen und hat dann aus vielleicht drei Metern mit voller Wucht eine Bierflasche gegen den Kopf bekommen. Dabei ist auch ein anderer unserer Spieler durch umherfliegende Scherben verletzt worden."

Unglückliche Ansetzung: Zwei Neffen des Schiedsrichters spielen beim Gast

Was der Laubuseschbacher dabei nicht verschweigt: "Die Ansetzung des Schiedsrichters war sicherlich unglücklich, denn der Mann wohnt in Laubuseschbach. Zwei unserer Spieler sind seine Neffen." Darunter war auch der Akteur, der im Sportheim attackiert wurde. Warum es zu dieser Schlägerei, nach der der Laubuseschbacher Spieler das Weite gesucht habe, kam, weiß der Verantwortliche aus dem TuS-Lager nicht: "Ich habe noch nicht mit unserem Spieler gesprochen. Vielleicht hat er gestichelt."

Schockiert über das Verhalten der Verantwortlichen des TuS Staffel, die nicht eingreifen

Was den Laubuseschbacher am meisten schockiert hat, war, "dass von den Verantwortlichen des TuS Staffel niemand zu sehen war. Keiner hat versucht zu schlichten. Alles mussten wir regeln. Wir haben dann auch die Polizei gerufen."

In einer Pressemitteilung hatte die Polizeidirektion Limburg-Weilburg zu den Vorfällen am Sonntag unter anderem geschrieben: "Im Verlauf der Auseinandersetzungen wurde der Schiedsrichter von einer Bierflasche am Kopf getroffen, Nebenstehende wurden durch Scherben verletzt. Ein Spieler aus Laubuseschbach wurde durch einen Faustschlag ins Gesicht getroffen. Ein Beschuldigter, der mit einem Pkw davon fuhr, wurde zu Hause aufgesucht. Da er unter Alkoholeinfluss stand, wurde er zur Dienststelle verbracht und eine Blutentnahme durchgeführt. Die Polizei war mit drei Streifen im Einsatz und konnte die Wogen glätten".

Die Verantwortlichen des TuS Staffel wollten sich am Dienstag nicht zu den Vorfällen äußern. Pressewart Bernd Gillenberg verwies auf Anfrage auf eine Vorstandssitzung am Mittwochabend.

Geäußert hat sich hingegen Trainer Peter Simon. Und zwar auf seiner persönlichen Seite auf der Internetplattform "Facebook". Dort schrieb er wenige Stunden nach der Partie: "Wer heute dabei war, wird, hoffe ich mal, ganz anders über die Notwendigkeit solcher Aktionen denken. Die zwei Spieler, die dort kräftig mitgemischt haben, werden sich am Donnerstag nach dem Training erklären müssen. Am Dienstag in Niederbrechen werden, wenn auch nur einer einen Piep sagt, Konsequenzen folgen. Ich habe keinen Bock mehr, wie eine Schlägertruppe aufzutreten. Wir haben uns mit dieser Aktion keinen Gefallen getan." Die von Simon erwähnte Partie gegen den FCA Niederbrechen II ging übrigens am Dienstag ohne Zwischenfälle über die Bühne und endete mit einer 2:4-Pleite für Staffel.

 

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