SV Hundsangen e.V. 1926

10.05.2016, 06:15, Alter: 2 Jahre
Kategorie: Fussball

Fußball und das Geld

Von: rhein zeitung

Marco Rosbach über die Rolle des Geldes im Amateursport

 

von der Rhein Zeitung

 

 

 

Schrumpft sich Fußball gesund?

 

 

In der Schlussphase einer Fußballsaison bestimmen gemeinhin zwei Themen die Gespräche auf den Sportplätzen: Wer darf aufsteigen, wer muss absteigen? Das ist dieser Tage anders. Die entscheidende Frage lautet: Wer verzichtet rechtzeitig, damit er nicht aufsteigen muss? Wer absteigt, scheint da fast schon Nebensache.

 

Was dahintersteckt, lässt sich leicht benennen: Geld. Tomas Reuter, Trainer des Rheinlandligisten TuS Mayen, beziffert den Mehraufwand, den sein Verein glaubt, leisten zu müssen, um in der Oberliga spielen zu können, auf 35 000 bis 50 000 Euro. Das ist eine Hausnummer. Bei Zahlen von vielleicht 100 bis 200 Zuschauern lässt sich leicht hochrechnen, dass kein Mensch in der Lage ist, derart viele Bratwürste zu vertilgen, damit sich die Kosten nur annähernd decken lassen. Erwirtschaften lässt sich das, was notwendig ist, um in der Mitte des deutschen Ligenspektrums zu bestehen, nicht mehr. Und da die Zahl derer, die bereit sind, jungen Menschen in der fünften, sechsten oder siebten Liga von oben beziehungsweise der fünften, sechsten oder siebten Liga von unten Geld dafür zu geben, damit diese ihrem Hobby nachgehen, immer weiter sinkt, stecken Vereine und deren Vorstände in der Klemme.

 

Bei TuS Koblenz hat sich gerade der Geldgeber verabschiedet, bei der Spvgg EGC Wirges setzt mit etwas Verzögerung das ein, was zu befürchten war, nachdem der jahrzehntelange Mäzen verstorben ist. Das sind zwei Beispiele von großen Vereinen aus der Region, die es aber auch ein, zwei Stufen unterhalb der Oberliga massenhaft gibt. Das Dilemma, in dem der Fußball steckt: Das, was Mannschaften sportlich erreichen, kann vielerorts nicht mehr gelebt werden.

 

„Herausforderungen werden nicht mehr angenommen“, klagt Cornel Hirt, Trainer des Rheinlandligisten SG Neitersen/Altenkirchen. Und er hat vermutlich ebenso Recht wie Vorstände, die nicht bereit sind, ein höheres finanzielles Risiko einzugehen, um einen Aufstieg zu realisieren. Die Jahre, in denen auch in unteren Ligen so gezahlt wurde, als würde Geld keine Rolle spielen, sind vorbei. Das hat Folgen in Klassen wie der Oberliga, in der das nördliche Rheinland-Pfalz zu Hochzeiten mit sieben Vereinen vertreten war (Saison 1999/2000). Positiv gesagt könnte man aber auch sagen: Der Fußball in der Region schrumpft sich gesund. Dass Gesprächsthemen auf den Sportplätzen vor diesem Hintergrund andere sind, ist kein Wunder.

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