SV Hundsangen e.V. 1926

16.10.2011, 11:13, Alter: 6 Jahre
Kategorie: Allgemein

Kurios in Idar

Von: rhein zeitung

Einzementierter Pfosten gefährdet Regionalligaspiel

 

Matthias Kuhn, der Torwart vom SV Elversberg, merkte sofort, dass mit dem Tor vor dem Gästeblock im Stadion des SC Idar-Oberstein etwas faul ist. "Das ist doch zu niedrig", meckerte er just in dem Moment, da Schiedsrichter Daniel Rott aus Dortmund mit seinem Team den Platz begutachtete. "Torhüter sind kompetente Persönlichkeiten, die alleine durch Handausstrecken und aufgrund ihres Gefühls merken, ob ein Tor die richtigen Ausmaße hat", mag sich der Referee gedacht haben und ließ das Tor nachmessen. Und siehe da, es fehlten volle sieben Zentimeter zur vorgeschriebenen Höhe von 2,44 Metern von der Torlinie bis zur Torlattenunterseite. Und weil dieses eine Maß schon nicht stimmte, ließ der Schiri auch das zweite Tor und die Höhe der Eckfahnen überprüfen. Und tatsächlich war auch das zweite Tor (jenes zur Straße) zu niedrig (allerdings nur zwei Zentimeter), und auch die Eckfahnen waren nicht hoch genug. Die müssen mindestens 1,50 Meter messen.

 

Was sich im ersten Moment wie eine Glosse über einen Regeltest beim Deutschen Fußballbund anhört, hat sich am Samstagnachmittag im Haag-Stadion des SC Idar-Oberstein tatsächlich zugetragen und gefährdete sogar die Austragung der Regionalligapartie des SC gegen den SV Elversberg. Die Probleme mit dem Tor zur Straße und den Eckfahnen waren schnell behoben, aber das sieben Zentimeter zu niedrige Gehäuse anzuheben, wurde zur Schwerstarbeit. "Das ist eben Wertarbeit", grinste Sascha Hildmann später und sein Elversberger Trainerkollege staunte: "Bei uns hätte ich Mühe gehabt 20 Leute zu finden, die sich mit so einem Tor abrackern."

Wie viele Leute es genau waren, die sich eine knappe halbe Stunde lang alle Mühe gaben, das Tor in die Höhe zu wuchten, sei einmal dahingestellt, aber es waren ziemlich viele.

Alleine das Tor wollte nicht hoch. Und das hatte einen massiven Grund. Der linke Torpfosten war regelrecht im Boden einzementiert und bewegte sich deshalb lange keinen Millimeter. Also musste schweres Werkzeug helfen. Mit der Spitzhacke rückten die Helfer dem störrischen Zement rund um den Pfosten zu Leibe. Der durchschlagende Erfolg blieb zunächst trotzdem aus - da konnten die Helfer so viel am Kasten rütteln wie sie wollten.

 

Drei Varianten standen plötzlich im Raum: 1. Die Partie muss abgesagt werden. 2. Der SV Elversberg spielt unter Protest, wenn die Tore nicht die erforderlichen Maße haben. 3. Der SC Idar schafft es innerhalb von 30 Minuten, die Tore genau 2,44 Meter hoch aus dem Boden zu heben, und das Spiel kann ohne Protest stattfinden.

Um 14.23 Uhr gab der Pfosten dann endlich ein wenig nach, und mit heftigstem Rütteln, Schütteln und Wackeln erreichten die Helfer, dass das Tor endlich genau 2,44 Meter vom Boden bis zur Torlattenunterseite maß. Das Schiedsrichterteam reckte den Daumen in die Höhe. Der SV Elversberg um Trainer Kiefer und dem sportlichen Leiter Roland Benschneider verzichtete auf einen Protest, und es konnte mit einer halben Stunde Verspätung endlich los gehen.

Doch vom zu niedrigen Tor im Haag wird noch lange Zeit erzählt werden. Selbst Reporterlegende Rolf Töpperwien, der im Haag die Moderation übernommen hatte, staunte: "So etwas habe ich noch nie erlebt. Schade, dass die Kameras vom Sportstudio nicht hier waren." Sascha Nicolay

 

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