SV Hundsangen e.V. 1926

08.08.2017, 06:30, Alter: 77 Tage
Kategorie: Allgemein

Leserbrief "Stammspielereigenschaft"

Von: Norbert Weise, Rechtswart FVR

Ein Leserbrief des ehemaligen Kreisschiedsrichterobmanns Winfried Gerz ruft die Reaktion des Verbandsrechtswarts hervor

„Eine klarstellende Auslegungshilfe“

Die von Herrn Gerz in seinem Leserbrief „Der Willkür Tor und Tür geöffnet“ gemachten Ausführungen sind nicht nur in der Sache unzutreffend, seine verfehlte Auslegung der zur Berechnung der Stammspielereigenschaft im Sinne des § 16 der Spielordnung des FVR veröffentlichten Regelung könnte die Verantwortlichen der Vereine verunsichern. Diese Ausführungen kann ich also nicht unwidersprochen stehen lassen. Deshalb die folgende Klarstellung:

Zunächst ist festzustellen, dass es sich bei der von Herrn Gerz wiedergegebenen Berechnungsgrundlage entgegen seiner Annahme nicht um eine Änderung des insoweit unverändert gebliebenen § 16 der Spielordnung handelt, sondern „nur“ um eine klarstellende Auslegungshilfe für die Anwender (Verein, Staffelleiter, Spruchkammer) zur Vereinfachung der Berechnung der Stammspielereigenschaft. Es kommt bei der Einstufung eines Spielers als Stammspieler der oberen Mannschaft des Vereins darauf an, ob der betreffende Spieler in der laufenden Saison in dieser Mannschaft „in mehr als der Hälfte der ausgetragenen Pflichtspiele … mitgewirkt hat.“ Das heißt, der Zahl der von der oberen Mannschaft in dem betreffenden Zeitraum insgesamt ausgetragenen Pflichtspiele (Pokal- und Meisterschaftsspiele) wird die Zahl der Spiele gegenübergestellt, an denen der betreffende Spieler teilgenommen hat.

Aus gegebenem Anlass haben nun die spieltechnischen Ausschüsse und die Kommission Sportrecht zur Vereinfachung und im Interesse einer verbandsweit einheitlichen Berechnung neben weiteren Kriterien klargestellt, dass ein „ohne Mitwirken des Spielers ausgetragenes oder begonnenes Pflichtspiel seiner Mannschaft unabhängig vom Grund seiner Nichtteilnahme“ bei der Berechnung der Stammspielereigenschaft immer als „normale“ Nichtteilnahme berücksichtigt wird. Und zwar auch dann, wenn sein Einsatz bei dem betreffenden Spiel an sich aus tatsächlichen und/oder sportrechtlichen Gründen nicht „möglich“ gewesen wäre, etwa weil der Spieler verletzt oder gesperrt war. Nochmals zur Verdeutlichung: Auf den Grund der Nichtmitwirkung kommt es also in keinem Fall mehr an. Das gilt natürlich auch für die von Herrn Gerz genannten Beispielsfälle: Der Spieler weilte bei seiner Oma auf dem 60. Geburtstag, der Student ist nicht vom Studienort nach Hause gefahren. Auch in diesen Fällen braucht der Spielleiter nur auf den Spielbericht zu sehen und festzustellen, dass der Spieler nicht mitgewirkt hat. Mehr muss er nicht wissen, und mehr hat er auch nicht zu tun. Insbesondere hat er entgegen der Darstellung von Herrn Gerz in keinem Fall den Verein zu fragen, warum sein Spieler nicht mitgewirkt hat. Denn darauf kommt es ja eben gerade nicht mehr an.

Mithin vereinfacht der von Herrn Gerz in Verkennung seines tatsächlichen Regelungsgehalts als „Unfug“ sowie als Tür- und Toröffner für Willkür bezeichnete Auslegungsgrundsatz nicht nur die Berechnung, sondern er macht es in Verbindung mit den weiteren dazu erfolgten Klarstellungen geradezu unmöglich, dass es künftig noch zu Streitigkeiten bei der Berechnung der Stammspielereigenschaft kommen wird. Ich bin sicher: Streitige Verfahren, etwa wie den im letzten Jahr noch bis zum Schiedsgericht gegangenen Fall Salmrohr, wird es künftig nicht mehr geben. Die vereinfachte und damit auch transparente Berechnung entspricht daher in erster Linie dem Interesse der Vereine. Ich hoffe, dies mit meinen Ausführungen verdeutlicht zu haben.

Norbert Weise, Koblenz-Arzheim

Rechtswart des FV Rheinland

 

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[ Letzte Änderung: 24. Oktober 2017 ]