SV Hundsangen e.V. 1926

31.05.2012, 12:24, Alter: 7 Jahre
Kategorie: Allgemein

logische Konseqenz

Von: Andre Bethke

Für die einen war es eine Überraschung, für andere gar eine Sensation. Für Florian Dempewolf aber war die Meisterschaft des TuS Dietkirchen in der Fußball-Gruppenliga Wiesbaden "die logische Konsequenz harter Arbeit

 

 

Wie auch immer - der Titel war in jedem Fall ein ganz souveräner, denn nach 36 Spieltagen hatte die Elf um Spielertrainer Florian Dempewolf neun Punkte Vorsprung auf Vizemeister Germania Schwanheim. Dabei stellte die Defensive vor Torhüter Sebastian Schmitt mit 30 Gegentreffern die beste Abwehr. Die "Abteilung Attacke" kam in der Offensivwertung "nur" auf Platz drei, dafür war der TuS Dietkirchen das beste Heimteam und die erfolgreichste Auswärtsmannschaft. Mit Michael Schmitz hatte der Meister zudem den Toptorjäger der Liga in seinen Reihen. Der Stürmer erzielte 37 Treffer. Und noch ein Topwert: Florian Dempewolf war mit 28 Jahren der jüngste Trainer der Liga. Er wird es auch in der Verbandsliga sein.


Wie bezeichnen Sie den Titel des TuS Dietkirchen: Als Sensation, als Überraschung oder als logische Konsequenz Ihrer Arbeit und der Leistungsstärke der Mannschaft?

Florian Dempewolf: Vor der Saison hätte ich die Meisterschaft nie in den Mund genommen, man hätte mich für überheblich oder verrückt erklärt. Im Nachhinein muss ich allerdings sagen, dass der Titelgewinn die logische Konsequenz harter Arbeit war.

In dieser Saison hat alles gepasst. Auch dass die Klasse vielleicht etwas schwächer war als in den vergangenen Spielzeiten?

Dempewolf: Ihre Aussage ist nicht zutreffend, denn die Klasse war nicht schwächer als in den vergangenen Spielzeiten. In der Gruppenliga sind jedes Jahr ein paar Mannschaften dabei, die kaum Punkte holen, und dies war in der Saison auch wieder der Fall. Wir haben alle Teams geschlagen, die schon lange in der Gruppenliga etabliert sind. Die Gruppenliga ist die ideale Klasse, um junge Spieler weiterzuentwickeln.

Wie hoch bewerten Sie neben der Meisterschaft den Pokalsieg durch den Erfolg gegen Hadamar?

Dempewolf: Der Pokalsieg war wirklich eine Sensation. Über dieses Finale wird man sich in Dietkirchen noch in vielen Jahren unterhalten. In dem Endspiel hat man gesehen, dass wir einen sehr guten Fitnesszustand haben, obwohl wir nur zweimal die Woche trainieren. Nur in diesen zwei Trainingseinheiten erwarte ich von den Spielern höchste Konzentration und Intensität.

Was sind die Hauptgründe für den Höhenflug?

Dempewolf: Die Hauptgründe sind der Zusammenhalt der Mannschaft, die hohe Laufbereitschaft, das aggressive Pressing, die hohe taktische Disziplin und der unbedingte Siegeswillen. Dazu kommt noch, dass wir viele junge und talentierte Spieler integrieren, die hungrig, willig und ehrgeizig sind, aber auch ab und zu ihre Streicheleinheiten benötigen.

 

Wo muss sich das Team verbessern?

Dempewolf: Es sind Kleinigkeiten, die wir noch verbessern müssen. Die Mannschaft funktioniert im Ganzen, jedoch werden wir jetzt mehr auf die Verbesserung der einzelnen Spieler Wert legen. Ich kenne jede Schwachstelle meiner Spieler, an denen werden wir arbeiten müssen.

Gibt es Verstärkungen zur neuen Saison?

Dempewolf: Mit Jörn Heep haben wir einen guten Linksaußen erhalten, der sowohl im Defensiv- als auch im Offensivbereich einsetzbar ist. Er kommt von der SpVgg. Hadamar zurück an seine alte Wirkungsstätte. Der ehemalige Jugendspieler Patrick Schütz wechselt von der TSG Wieseck nach Dietkirchen. Aufgrund seines Medizinstudiums bleibt abzuwarten, wie oft er zu Verfügung steht.

Was wird sich in der nächsten Saison ändern in der Trainingsintensität?

Dempewolf: Es wird sich nichts ändern. Da wir keine finanziellen Mittel haben, können wir nicht von den Spielern erwarten, dass sie dreimal aufs Training kommen.

Florian Dempewolf und Miguel Granja - warum wird dieses Trainergespann funktionieren?

Dempewolf: Es war mein Wunsch. Miguel und ich sind schon sehr lange gute Freunde und er verfügt über einen sehr hohen fußballerischen Sachverstand. In der Regel bin ich sehr zuverlässig, aber sollte ich irgendwann mal verhindert sein, muss ich mich auf jemand verlassen können. Hinzu kommt noch, dass er mit seinem Vater zusammen die A-Jugend leiten wird. So habe ich einen sehr guten Ansprechpartner, um wieder einige A-Jugendspieler in den Seniorenbereich zu integrieren. Das ist die Philosophie beziehungsweise die Zukunft des Vereins.

Wie sicher waren Sie sich, dass Torjäger Michael Schmitz dem TuS Dietkirchen erhalten bleibt?

Dempewolf: Ehrlich gesagt, war ich mir nicht hundertprozentig sicher, dass er bleiben wird. Als ich die Nachricht erfuhr, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Michael Schmitz ist ein Spieler, der seine Freiheiten braucht. Für ihn sind drei, manchmal auch zwei Trainingseinheiten zuviel. Er hat in anderen Vereinen schlechte Erfahrungen gemacht. Ein solcher Spieler benötigt seine Freiheiten, um sich zu entfalten. Dafür zahlt er es mir mit guten Leistungen zurück.

Was würden Sie höher bewerten: Die Meisterschaft in der Gruppenliga oder den Klassenerhalt in der Verbandsliga?

Dempewolf: Die Meisterschaft in der Gruppenliga ist etwas Einmaliges im Verein. Wenn jetzt noch der Klassenerhalt in der Verbandsliga hinzu kommt, dann wird es nicht nur eine Traktorfahrt durch Limburg geben. Die Spieler haben sich diesen Erfolg hart erarbeitet, werden von allen Seiten gelobt. Das können sie in der Sommerpause noch genießen, dann wissen meine Jungs aber, dass sie wieder hart trainieren müssen, um weiterhin Erfolg zu haben. Wichtig ist, dass jeder Spieler so bleibt wie er ist.

Was macht der TuS Dietkirchen anders als andere Vereine, um so erfolgreich zu sein wie in den vergangenen Jahren?

Dempewolf: Die Verantwortlichen des Vereins leisten hervorragende Arbeit. Sie haben hier über mehrere Jahre etwas aufgebaut. Zum einen ist unser Vorsitzender Gerhard Edel zu nennen. Als er das Amt übernommen hat, hat sich vieles verändert. Der Verein steht heute auf gesunden Beinen. Das ist ihm zu verdanken. Zudem hat er damals die erste Minikicker-Mannschaft in Dietkirchen gegründet. Ich war einer seiner Spieler. Zum anderen ist unser Spielausschussvorsitzender Peter Schmitt zu erwähnen. Er hat zusammen mit Gerhard Edel über mehrere Jahre hervorragende Jugendarbeit geleistet. Und heute sieht man das Ergebnis solch einer Arbeit. Alle Jugendmannschaften spielen auf einem sehr hohen Niveau. Aus dem Grund ist der Verein zu recht ein Vorbild für die anderen Vereine im Kreis. Warum ist uns dies gelungen? Weil wir solche Ehrenamtlichen in unseren Reihen haben, die ihre ganze freie Zeit in diesen Verein investieren und zudem noch was von ihrem Handwerk verstehen. Vor solchen Menschen muss ich meinen Hut ziehen."

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