SV Hundsangen e.V. 1926

10.01.2017, 06:26, Alter: 1 Jahre
Kategorie: Allgemein

Monster WM 2016?

Von: Zuger Zeitung

Heute debattiert die Fifa über eine Aufstockung von 32 auf bis zu 48 Teams ab der WM 2026. Der Schweizerische Fussballverband zeigt sich grundsätzlich offen für das Vorhaben. Hier sind die Antworten zu den wichtigsten Fragen.

 

 

Was steht an?

 

Heute tagt in Zürich das Council des Fussball-Weltverbands Fifa. Ganz oben auf der Tagesordnung steht die Beratung über die «Mega-Weltmeisterschaft», also über die Aufstockung des WM-Teilnehmerfeldes ab der Endrunde 2026. Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte im Wahlkampf mindestens 40 statt wie bislang 32 Teilnehmer versprochen, jetzt könnten es sogar 48 WM-Starter werden. Ob tatsächlich eine Entscheidung fällt, ist offen. Aber vieles spricht dafür

 

 

Welche WM-Modelle gibt es?

 

Die Fifa verschickte vorab ein Faktenpapier mit vier Vorschlägen an die Nationalverbände. Bei den beiden Varianten mit 40 Teams würde es entweder acht Gruppen mit fünf Teams oder zehn Gruppen mit vier Mannschaften geben. Bei 48 Teilnehmern denkt die Fifa zum einen an eine Vorqualifikation mit 32 Teams, nach der es wie gehabt mit 32 Mannschaften weitergehen würde. Ein anderer, wohl von der Mehrheit favorisierter Plan sieht 16 Gruppen mit jeweils drei Teilnehmern vor. Infantino legte zudem die Idee auf den Tisch, bei einem Unentschieden das Spiel per Elfmeterschiessen zu entscheiden, um unfaire Taktierereien zu verhindern.

 

 

Wer ist dafür, wer dagegen?

 

Laut Infantino ist die «überwältigende» Mehrheit für die Aufstockung. Die Opposition führt der Deutsche Fussball-Bund (DFB) an, der «grundsätzlich davon überzeugt» sei, «dass am bewährten Modus mit 32 Teilnehmernationen festgehalten werden sollte». Auch die Superreichen aus den europäischen Top-Klubs sind dagegen, vor allem, weil sie eine Mehrbelastung für ihre Profis fürchten. Beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) heisst es auf Anfrage: «Grundsätzlich sind wir offen für eine Anpassung der Anzahl WM-Teilnehmer. Unsere Bedingung ist, dass die Endrunde wie bis heute maximal einen Monat dauern wird. Die Belastung für die Spieler darf sich nicht vergrössern.» Die Euro 2016, die erstmals mit 24 Mannschaften ausgetragen wurde, hat den SFV-Verantwortlichen gezeigt, dass «eine Erhöhung des Teilnehmerfeldes nicht mit einer Nivellierung nach unten gleichzusetzen ist, weil die Mannschaften an der Spitze leistungsmässig zusammenrücken». Von den vorgeschlagenen Modi einer WM-Endrunde bevorzugt der SFV jenen mit 16 Gruppen zu je drei Teams. Dass es damit ein Gruppenspiel weniger gäbe, nehme man in Kauf. SFV-Medienchef Marco von Ah erläutert: «Wir sind für überschaubare Gruppen, in denen es schnell zu Entscheidungen kommt. Was wir nicht begrüssen, ist ein Modus wie an der letzten Euro: Albanien musste bis zum Abschluss der Gruppe F vier Tage warten und trainieren, um zu erfahren, dass es als Gruppendritter die K.-o.-Phase verpasst hat.» Der SFV rechnet damit, dass eine Aufstockung der WM-Teilnehmer für Europa bloss «einen bis zwei Plätze mehr an der Endrunde» geben wird.

 

 

Droht der grosse Krach, wenn die Mega-WM kommt?

 

Mit Machtkampf wurde schon oft gedroht, auch vor der Fifa-Entscheidung, die WM 2022 in Katar im Dezember auszutragen. Die Winter-WM wurde trotzdem abgesegnet, es folgten Einigungen bezüglich der millionenschweren Kompensationszahlungen an die Klubs – und alle waren wieder zufrieden.

 

 

Wie wird abgestimmt?

 

Die Entscheidung trifft das Council, das derzeit aus 33 Mitgliedern besteht, in Eigenregie. Nötig ist die einfache Mehrheit (17 Stimmen). Das heisst: Selbst wenn die derzeit acht Vertreter der Europäischen Fussball-Union (Uefa) eine gemeinsame Position hätten (wonach es nicht aussieht), bräuchte der Europa-Dachverband mehrere Verbündete, um die Mega-WM zu verhindern.

 

 

Was steckt hinter den WM-Plänen?

 

Infantino verteidigt die Mega-WM mit der Globalisierung. Mehr Nationen sollen die Möglichkeit bekommen, am grössten Fussballereignis der Welt teilzuhaben. Dagegen lassen sich nur wenige Gegenargumente finden. Profitieren werden vor allem die Fans aus den jeweiligen «neuen» WM-Ländern. Doch wie so oft steckt dahinter auch finanzielles Kalkül. Gemäss eines Fifa-Papiers würden 16 Teams mehr zusätzliche Gelder in Höhe von umgerechnet rund 605 Millionen Euro generieren 

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[ Letzte Änderung: 17. Januar 2018 ]