SV Hundsangen e.V. 1926

29.11.2011, 19:33, Alter: 6 Jahre
Kategorie: Allgemein

Schiri Zoff Rhein Lahn

Von: rhein zeitung

Aslan Basibüyük ist fürs Erste raus -

Debatten über die Zukunft im Kreis laufen auf Hochtouren


Dunkler Anzug, weißes Hemd, schicker Mantel - Aslan Basibüyük, der langjährige Oberliga-Schiedsrichter und Kreisschiedsrichterobmann im Rhein-Lahn-Kreis, ist keiner, für den die Sportjacke zur Funktionärsuniform gehört wie für Fußballer Stollenschuh und Adilette. Man ist geneigt zu sagen: Aslan Basibüyük hebt sich ab von der Masse, ob das nun positiv oder negativ ist. Oder wie Norbert Weise, Rechtswart im Fußball-Verband Rheinland (FVR), es bei der von Basibüyük angestrebten Verhandlung vor dem Ständigen Neutralen Schiedsgericht als Vertreter der Gegenpartei in seinem Schlusswort bewusst bissig formulierte: "99 Mann stehen schief, nur einer steht gerade."



Keine Frage. Aslan Basibüyük ist anders als seine ehemaligen Kollegen im Vorstand des Fußballkreises Rhein-Lahn und die allermeisten Funktionäre im Verband. Und er ist raus. Die Sperre gegen ihn, die nach der Verurteilung wegen "pflichtwidrigen Verhaltens in drei Fällen" durch die Spruchkammer des FVR seit dem 13. September gültig ist und ihm vorläufig die Amtsausübung verbietet, läuft noch bis 12. Mai kommenden Jahres. Acht Monate, keinen Tag weniger. Daran wollten auch der souveräne Vorsitzende des Ständigen Neutralen Schiedsgerichts im Fußball-Verband Rheinland, Dr. Joachim Vonnahme, und seine Beisitzer nicht rütteln. Die Strafe bleibt, aber ebenso bleibt die Frage, ob die dreieinhalbstündige Verhandlung in der Verbandsgemeindeverwaltung in Weißenthurm, in der Basibüyük die Aufhebung angestrebt hatte, wirklich ein Problem lösen konnte. Vonnahme eröffnete den Abend mit der Würdigung des langjährigen Engagements des 35-jährigen Unparteiischen, der seit 20 Jahren pfeift und sich schon früh der Förderung und Ausbildung noch jüngerer Schiedsrichter widmete. Und sogar im Schlusswort des FVR-Rechtswarts Weise ging es um Verdienste, "die nicht geschmälert werden sollen".



Zwischen Gut und Böse

Dass er "eigentlich ein guter Mann" ist, bekam Basibüyük im Laufe der dreieinhalb Stunden von Weißenthurm mehrfach bestätigt. Gleichzeitig musste er sich auch anhören, dass er an Selbstüberschätzung leidet, dass er in der Sache überzogen hat und einen gewissen Verlust der Realität an den Tag legt. Aus dieser Gemengelage zwischen Gut und Böse musste das Schiedsgericht um Dr. Joachim Vonnahme die Wahrheit fischen. Ob Basibüyük eine versuchte Manipulation des C-Liga-Spiels zwischen dem FC Lahnstein '06 und der TuS Hahnstätten II nicht gemeldet hat, stand nicht mehr zur Debatte. Auch lag auf der Hand, dass der 35-Jährige seine Schiedsrichter über Interna aus der Vorstandssitzung des Fußballkreises Rhein-Lahn informiert und zudem bei seinem Spendenaufruf an die Vereine seine Funktionen als Fördervereinsvorsitzender und als Kreisschiedsrichterobmann vermischt und bei der Wortwahl die Folgen nicht im Blick hatte. Die Frage des Abends war: Sind acht Monate als Strafe angemessen oder nicht?

Vonnahme und seine Beisitzer zeigten viel Verständnis für den Kläger, sahen aber keinen Grund, an der Höhe der Strafe irgendetwas zu ändern. Basibüyük nahm das Urteil enttäuscht, aber sehr gefasst zur Kenntnis. "Ich habe nicht damit gerechnet", sagte der weiterhin zum Zuschauen verdammte Schiedsrichter. "Das ist eine sportliche Niederlage, mit der ich jetzt leben und die ich erst mal verarbeiten muss."

Die Suche nach Plan B

Während der 35-Jährige die Ruhe bewahrte, waren einige seiner Unterstützer - überwiegend erfahrene Schiedsrichter aus dem Rhein-Lahn-Kreis - außer sich. "Mafia", tönte es durch die Räumlichkeiten der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm. Auch den Vorwurf "abgekartetes Spiel" mussten sich Norbert Weise und FVR-Geschäftsführer Armin Bertsch hinterherrufen lassen. Basibüyüks Rechtsanwalt Franz Schaffranek packte nach dem Urteilsspruch den Aktenkoffer und beendete seinen Arbeitstag. Basibüyük, dessen sportlicher Rechtsberater Winfried Gerz, der lange Jahre Schiedsrichterobmann im Kreis Westerwald/Wied war, und die Schar der Sympathisanten versammelten sich derweil vor dem Gebäude, um ihrem Frust freien Lauf zu lassen. Doch es ging nicht nur darum. Auch die Frage, was nun passiert im Kreis Rhein-Lahn, der im Januar bei einem außerordentlichen Kreistag einen neuen Vorstand zu wählen hat. Das erhoffte Minimalziel - eine Reduzierung der Strafe, die Basibüyüks erneute Kandidatur möglich gemacht hätte - wurde verfehlt. Plan B gab es nicht. Stand Montagabend jedenfalls.

99 stehen gerade, einer ist schief

Dass Aslan Basibüyük, der Mann im dunklen Anzug, dem weißen Hemd und dem schicken Anzug, einfach so von der Bühne abtritt und damit lebt, vor der Verbandsspruchkammer ebenso verloren zu haben wie vor dem Ständigen Neutralen Schiedsgericht im FVR, darf aber bezweifelt werden. Zurzeit sind es 99, die gerade stehen, und einer, der schief ist. Das, so war schon am Tag nach der Schiedsgerichtsverhandlung zu vernehmen, soll sich bald schon wieder ändern.



Kommentar

Die Schlange sucht ihren Kopf in einer Giftbrühe

Einen Vergleich, das war es, was Dr. Joachim Vonnahme sich gewünscht hatte. Eine halbe Stunde lang gab sich der Vorsitzende des Ständigen Neutralen Schiedsgerichts im Fußball-Verband Rheinland allergrößte Mühe, die zerstrittenen Parteien auf eine halbwegs versöhnliche Linie zu bringen. Ohne Erfolg. Während Aslan Basibüyük schon mit einer Halbierung des Strafmaßes hätten leben können (um im Januar kandidieren zu können), hielt FVR-Rechtswart Norbert Weise an seinem strengen Kurs fest. Zu einer Sperre von einem Jahr wollte Weise den ehemaligen Kreisschiedsrichterobmann des Kreises Rhein-Lahn am 13. September verurteilen, acht Monate sind es geworden. Der Fall Rhein-Lahn, so die Hoffnung des Verbandes, ist gelöst. Zumal auch Basibüyüks Intimfeind im Kreisvorstand, der Vorsitzende Günther Weck, zum Jahresende seinen Dienst quittiert. Zwei Köpfe der Schlange sind abgeschlagen. Der Gedanke, dass neue wachsen können, kommt den Funktionären auf dem Koblenzer Oberwerth (noch) nicht. Doch solange die Stimmung vergiftet ist, wird sich nichts ändern im Problemkreis des Verbandes. Da helfen auch keine strengen Urteil



 

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