SV Hundsangen e.V. 1926

21.03.2017, 07:43, Alter: 1 Jahre
Kategorie: Fussball

Stimmung ist gut, trotz 0:25

Von: rhein zeitung

 

 

 

0:25 bringt den Verband in Not

Die Lage des abgeschlagenen Oberligisten SpVgg Burgbrohl wird zum Politikum

 

Von unserem Redakteur Marcus Pauly

 

0:25 in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – ein Tippfehler oder ein schlechter Scherz? Weder noch, dies war das korrekte Ergebnis des Spiels der SpVgg Burgbrohl beim FC Hertha Wiesbach (wir berichteten). Spaß kann das nicht machen, dem Verlierer sowieso nicht, dem Gewinner ebenso wenig und den Verantwortlichen im zuständigen Verband schon gar nicht.

„Das Telefon steht nicht still“, sagt Spielleiter Bernd Hemmler vom Fußball-Regionalverband (FRV) Südwest. „Das macht doch deutschlandweit Schlagzeilen. Und da kommen noch weitere solcher Ergebnisse. Das schadet dem Ansehen der Oberliga.“ Nun müssen die Verantwortlichen dem Problem irgendwie Herr werden.

 

Die Situation ist vertrackt. Angesichts einer finanziellen Schieflage hatte die SpVgg Burgbrohl (Landkreis Ahrweiler), als Tabellenletzter schon hoffnungslos abgeschlagen, in der Winterpause der fünfthöchsten deutschen Klasse den Spielbetrieb einstellen wollen und dem FRV dies auch mitgeteilt. Folglich verließen alle Spieler nebst Trainer den Verein – nur sah der Klub sich dann genötigt, den Betrieb doch fortzuführen. Notgedrungen mit Spielern aus dem Kader der zweiten Mannschaft, die in der Kreisliga C Ahr spielt, der zweitniedrigsten Klasse.

Zum einen drohten neben einer einkalkulierten Geldstrafe durch den Verband unerwartete Schadensersatzforderungen einiger Konkurrenzvereine. Außerdem hätte bei einem Rückzug aus der Oberliga laut Statuten des Fußballverbandes Rheinland die zweite Burgbrohler Mannschaft aus der C-Klasse absteigen müssen.

 

„Genau das ist das Problem“, sagt Hemmler. Denn auf die zweite Mannschaft will die SpVgg in Zukunft setzen. Darum soll sie nicht wieder in der D-Klasse anfangen müssen, zumal sie gerade als Tabellenführer den Aufstieg in die B-Klasse vor Augen hat. Der Burgbrohler Vereinsvorsitzende Ralf Dünchel bestätigt: „Darauf liegt unser Hauptaugenmerk.“

Und darum steht aus dem großen Burgbrohler Kader in der Oberliga nicht die bestmögliche Elf auf dem Platz. Womit dann solche Ergebnisse wie das 0:25 zustande kommen. Zuvor hieß es 0:9, 0:10 und 0:8. Die Burgbrohler wollen die Sache mit Anstand durchstehen. „Wir spielen die Saison zu Ende“, stellt Dünchel klar. „Die Stimmung bei uns ist trotzdem gut“, versichert Trainer Thorven Fiedler.

Weniger gut ist sie bei der Konkurrenz und beim Verband. Zum einen bereitet die drohende Wettbewerbsverzerrung Kopfzerbrechen. In der Oberliga entscheidet am Ende auch die Tordifferenz über Wohl und Wehe. So dürfte Borussia Neunkirchen das muntere Toreschießen der Konkurrenz mit Argwohn beobachten. Der Viertletzte hat im November noch gegen ein stärkeres Burgbrohler Team gespielt und sich mit einem knappen 2:1 begnügen müssen.

 

Ergebnisse wie das 0:25 schaden zudem natürlich dem Image der Oberliga. Schon der finanziell bedingte Ausstieg der SpVgg Wirges in der vergangenen Saison war keine Werbung. 2012 hatte sich der SV Roßbach/Verscheid aus dem gleichen Grund zurückgezogen. Wie es um die Attraktivität der Liga bestellt ist, verdeutlicht auch der Umstand, dass in der Vorsaison mit der SG Mülheim-Kärlich, TuS Mayen, dem FV Engers und dem FSV Trier-Tarforst vier Rheinlandligisten beim möglichen Aufstieg in die Oberliga abgewunken haben.

 

Klar, dass beim Regionalverband nun angesichts des jüngsten 0:25 die Alarmglocken schrillen. Spielleiter Hemmler hat sich bereits per E-Mail an die Präsidenten der Verbände Saarland, Südwest, Rheinland und an Norbert Weise gewandt, den Rechtswart im Rheinland. Wie lässt sich nun der ganzen Misere beikommen? Hemmlers Idee: „In den Statuten von Saarland und Südwest steht nichts darüber, dass eine zweite Mannschaft bestraft wird, im Rheinland schon. Jetzt muss man sehen, was sich machen lässt.“

 

Nur lässt sich aktuell nichts machen. „Wir können die Bestimmungen nicht abschaffen“, erklärt Rechtswart Weise. Somit muss nun der übergeordnete Regionalverband nach einer anderen Lösung suchen – oder darauf hoffen, dass sich die weiteren Burgbrohler Niederlagen in Grenzen halten.

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