SV Hundsangen e.V. 1926

23.03.2017, 19:26, Alter: 2 Jahre
Kategorie: Fussball

Thomas Arzbach kündigt Abschied an

Von: rhein zeitung

Am Saisonende ist Schluss:

Thomas Arzbach kündigt in Wirges seinen Abschied an

 


Er war Trainer der Reserve, ist es mittlerweile bei der Ersten, und war es zwischendurch sogar mal bei beiden Seniorenmannschaften der Spvgg EGC Wirges gleichzeitig. Doch nach vier Jahren wird im Sommer Schluss sein. Das steht für Thomas Arzbach nun fest. Während diverse Promi-Trainer kamen und gingen, blieb er dem Verein, bei dem er groß geworden ist, in schwierigen Zeiten loyal. Und bleibt es bis zum Schluss.


Seine Mission ist noch nicht beendet, doch das Ende ist in Sicht: Thomas Arzbach wird einen Schlussstrich unter das Kapitel Spvgg EGC Wirges ziehen. Der Wirgeser Junge, der bei der EGC fußballerisch groß geworden ist, für seinen Heimatverein lange in der Oberliga gespielt und sich bei diesem in den vergangenen vier Jahren auch als Trainer einen Namen gemacht hat, will neue Wege gehen. „Es sind persönliche Gründe“, sagt der 43-Jährige, dem Loyalität auch dann wichtig ist, wenn sie vielleicht weh tut. „Zu sagen, das war's, fällt mir nicht leicht, sondern richtig schwer. Aber die Entscheidung, meine Entscheidung, ist gefallen.“ Auch Arzbachs Co-Trainer Markus Kluger wird nicht über die laufende Saison hinaus für die EGC tätig sein.


Damit bleibt für beide unvollendet, was sie im vergangenen Sommer begonnen haben: Den schwierigen Neuaufbau nach dem Rückzug aus der Oberliga wird ein anderer fortsetzen müssen. Damit erlebt Arzbach das, was er so gut kennt: Er wird die Früchte seiner Arbeit abermals nicht ernten.


Knapp vier Jahre ist es her, da präsentierten die EGC-Verantwortlichen auf verschiedenen Ebenen eine Reihe neuer Trainer: Michèl Flug für die erste Mannschaft, Tino Strebe für die A-Jugend und Thomas Arzbach für die Reserve, die es damals noch gab. Der einzige aus diesem Trio, der sich dauerhaft halten konnte, war der langjährige EGC-Spieler. Während bei der ersten Mannschaft die interne Lösung mit dem ehemaligen A-Jugend-Trainer Flug recht bald beendet war und fortan Jürgen Kohler, der Weltmeister von 1990 das Sagen hatte, kümmerte sich Arzbach im Hintergrund ganz ohne Murren um den passenden Unterbau, der heute als Bindeglied zwischen Jugend- und Seniorenbereich so sehr fehlt (und wohl auch vermisst wird). Als Kohler überraschend noch während der Saison 2014/15 ging, sprang wieder einmal Urgestein Hansi Pörtner ein, ehe zur neuen Saison der nächste Ex-Profi präsentiert wurde: Jörg Bach sollte mit einer stark besetzten Mannschaft in der Oberliga eine gute Rolle spielen. Dort sah die EGC damals noch ihren Platz, geringere Mittel hin oder her. Doch die Zusammenarbeit war nicht von langer Dauer. Nach bescheidenem Start in der Liga zog der Verein nach einem 0:2 im Rheinlandpokal in Linz Anfang September 2015 die Reißleine und trennte sich von Bach.

Während allerorten über den nächsten Promi-Trainer spekuliert wurde, begann für Thomas Arzbach die wohl anstrengendste Zeit, die man sich vorstellen kann. Als Interimslösung übernahm er neben seinem Bezirksligateam auch noch die Oberligamannschaft. Sieben Mal die Woche stand der Trainer in dieser Zeit aufgrund seiner Doppelfunktion auf dem Platz, rieb sich auf, um beiden Aufgaben gerecht zu werden. Er bestand die schwere Prüfung und schaffte es, bei der ersten Mannschaft, dem Flaggschiff des Vereins, für Stabilität zu sorgen. Die Vereinsoberen zierten sich dennoch einige Zeit, ehe sie sich Mitte Oktober 2015 doch dazu entschlossen, Arzbach als Oberligatrainer eine Chance zu geben.


Die Rechnung ging auf: Belegten die Wirgeser nach der Hinrunde noch Rang 15, standen sie am Ende auf Platz 10 – und damit weit von den Abstiegsrängen entfernt. „In der Rückrundentabelle waren wir sogar Fünfter“, sagt Arzbach. „Darauf bin ich auch stolz.“


Doch der Lohn für die gute Arbeit blieb aus: Der Verein entschied sich aus finanziellen Gründen gegen eine Zukunft in der Oberliga und meldete nicht mehr für die fünfthöchste Spielklasse. Thomas Arzbach entschied sich anders als die Mehrheit der Spieler – und blieb. Mit einer völlig neu formierten, jungen wie unerfahrenen Mannschaft wagte er den Neuanfang in der Rheinlandliga, wo der Kampf gegen den Abstieg aktuell zwar kaum zu gewinnen ist, deutliche Niederlagen wie zuletzt das schmerzhafte 0:6 beim Lokalrivalen Eisbachtal aber die Ausnahme geblieben sind.


Von einer intakten Truppe berichten Arzbach und sein Assistent Kluger unisono, von guter Stimmung im Training und großem Willen der Spieler, sich weiterzuentwickeln. Warum sie beide nicht weitermachen, beantworten sie nicht öffentlich. Wenn man die Verantwortlichen im Verein fragt, wurde mit beiden Trainern über die Zukunft gesprochen. „Thomas hat hier sehr gute Arbeit geleistet“, sagt der EGC-Vorsitzende Achim Wussow. „Dabei hatte er immer das Pech, die undankbaren Aufgaben übernehmen zu müssen.“ Auch Markus Kluger sei „ein guter Mann“. Ähnlich äußert sich Ingo Kiesel, der 2. Vorsitzende, der „gerne mit den Trainern weitergemacht“ hätte, wie er sagt. „Thomas hat die Jungs super weiterentwickelt.“ Nun gelte es, so viele wie möglich von ihnen für die neue Saison zu behalten.

Wer dann die nächste Stufe des Neuaufbaus – aller Wahrscheinlichkeit nach in der Bezirksliga – leiten wird, soll schon bald geklärt sein. „Wir sind in dieser Saison aufgrund vieler finanzieller Altlasten mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Kiesel. „Doch der finanzielle Rahmen, den wir jetzt haben, wird bleiben.“ Die Gespräche mit Spielern seien am Laufen, und auch die Trainerfrage soll recht zügig beantwortet werden. „Ich denke, da können wir noch vor Ostern Vollzug vermelden“, meint Kiesel.

 

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