SV Hundsangen e.V. 1926

31.05.2017, 13:50, Alter: 325 Tage
Kategorie: Fussball

TV Kritik von der TZ München

Von: TZ München

Der TSV 1860 ist in die 3. Liga abgestiegen. Doch am Ende des Spiels stand nicht nur der Abstieg im Mittelpunkt - sondern auch hässliche Szenen, die sich einige Löwen-Fans leisteten.

Es waren unschöne Szenen, die sich am Dienstagabend beim Rückspiel der Relegation zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga abgespielt haben. Zahlreiche Löwen-Fans machten ihrem Frust über den bevorstehenden Abstieg ab der 80. Minute Luft.

Wer am Dienstag so ein blaues Gefühl im Magen hatte, der lag genau richtig. Die Löwen bekamen eine Beerdigung erster Klasse. Live zur besten Sendezeit in der ARD konnte ganz Deutschland beim blauen Grauen zuschauen, von Husum bis Oberammergau. Kommentator Tom Bartels erwies sich dabei als überaus tüchtiger Grabredner.

Es flogen nicht nur Bierbecher - nein, wütende Fans rissen in der Nordkurve Stühle aus ihrer Verankerung, warfen Sitzschalen und Stangen auf den Rasen und auch sonst alles, was ihnen zwischen die Finger kam. Schiri Daniel Siebert (Berlin)  sah keine andere Möglichkeit, als die Partie zwischen dem TSV 1860 München und Jahn Regensburg in der 81. Minute zu unterbrechen. Angesichts der durchaus gefährlichen Situation absolut die richtige Entscheidung, immerhin hatten die 1860-Anhänger auch das Sicherheitsnetz zerstört.

Eine Armada an Sicherheitsleuten rückte an, stellte sich zwischen Tribüne und Strafraum - doch davon ließen sich die Fans nicht beeindrucken. Für satte 14 Minuten wurde das Spiel unterbrochen, selbst Daniel Bierofka konnte die Meute nicht beruhigen und wurde selbst mit Wurfgeschossen attackiert. Dass Jahn-Torhüter Philipp Pentke nicht getroffen wurde, grenzte an ein Wunder, landeten doch gleich mehrere Stangen und Sitzschalen direkt neben dem Keeper. Der versuchte nach Abpfiff, zumindest einen Funken Verständnis aufzubringen: "Das war schon ein bisschen crazy", sagte der Torhüter im Interview mit der ARD: "Man kann den Frust ein bisschen verstehen, aber dass es so ausartet.

 

Der BR:

Hat sich im Bereich Sport dermaßen enteiern lassen, dass es am Dienstag zu einer kuriosen Situation kam. Da spielte ein bayerischer Verein in einem bayerischen Stadion gegen einen anderen bayerischen Verein - und die Moderatorin wird aus Berlin eingeflogen, und der Kommentator aus Köln. An den CO2-Ausstoß mag man gar nicht denken. Wir fassen zusammen: Pokalfinale mit Dortmund - es kommentiert Steffen Simon vom WDR. Relegation mit Braunschweig und Wolfsburg - es kommentiert Gerd Gottlob vom NDR. Bloß beim bayerischen Derby ist keiner zu sehen und zu hören vom BR-Sport, dem TSV 1860 der ARD.

Tom Bartels von der ARD:

Man kann es ja eigentlich nicht mehr hören, das „Triumviratlos“ mit Simon, Gottlob und Bartels. Aber: Letztgenannter hat am Dienstag einen erstklassigen Job gemacht, so offen und ehrlich würde man ihn gerne öfter hören. Bartels-Fazit zu 60 in der ersten Hälfte: „Eine Mannschaft, die kurz vor der Selbstauflösung steht.“ Bester Spruch, als die Ismaik-Entourage ins Bild kam: „Was soll man dem Investor schreiben? Wir haben dreimal fast aufs Tor geschossen?“ Sein bitteres Fazit zu den Ausschreitungen: „Wenn Menschen kiloschwere Gegenstände aufs Feld werfen, haben sie einen Dachschaden, oder sind kriminell.“"

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