SV Hundsangen e.V. 1926

24.05.2016, 09:47, Alter: 2 Jahre
Kategorie: Allgemein

Vereinen droht eine längere Hängepartie

Von: rhein zeitung

 

 

 

 

von Stefan Nink


Für den freiwilligen Oberliga-Rückzug der Spvgg Wirges müssen andere Vereine büßen


TuS Koblenz wankelmütig

 

 

Achim Wunsch ist sauer, stocksauer sogar. Der Abteilungsleiter des VfL Bad Ems will die neue Fußball-Saison planen, doch ihm sind die Hände gebunden. Stand heute weiß er noch immer nicht, in welcher Klasse die Balltreter der Ersten Mannschaft seines Vereines ab Sommer spielen werden. Bezirksliga oder doch A-Klasse? Das ist hier die Frage, die potenzielle VfL-Neuzugänge davor abschreckt, ihre Unterschrift unter den Passantrag zu setzen und den Manager der Silberauer durchatmen zu lassen.

 

„Das ist in meinen Augen eine Riesensauerei, sehr unsportlich und in erster Linie ein Schlag ins Gesicht der Betzdorfer, die nichts dafür können, dass in Wirges die Gelder knapp geworden sind.“, zetert Wunsch, der kürzlich noch davon ausgegangen war, dass der drittletzte Platz in der Bezirksliga Ost auf jeden Fall zum Verbleib auf der überkreislichen Ebene ausreicht.

 

 

Sportlicher Rattenschwanz

 

Nun aber droht nicht nur dem VfL eine längere Hängepartie mit ungewissem Ausgang. Jürgen Hörter, beim Fußballverband Rheinland verantwortlich für den Spielbetrieb, erklärte auf Anfrage der RLZ: „Die SG Betzdorf ist als Viertletzter Absteiger aus der Rheinlandliga.“ Konsequenz: Der VfL Bad Ems steigt als 14. der Bezirksliga in die A-Klasse ab. Und das zieht im Kreis Rhein-Lahn einen unsäglichen sportlichen Rattenschwanz nach sich: Für die Tabellendritten der Kreisligen B (derzeit SV Diez-Freiendiez) und C (aktuell der VfL Holzappel) ist der Aufstieg abgehakt, aus der B-Klasse müssen die drei letztplatzierten Mannschaften absteigen, deren vier müssen sogar die C-Klasse auf die unterste Ebene des Ligenspektrums verlassen. Dafür hat Wunsch aus rein egoistischen Gründen jedoch überhaupt kein Verständnis. „Für jeden kleinen Mist werden die Vereine vom Verband abkassiert, und im vorliegenden Fall lassen sie uns an der Basis im Regen stehen.“

Die Lage etwas entzerren könnte die Reserve der TuS Koblenz, so sie denn an der Aufstiegsrunde zur Oberliga teilnimmt und sich dort gegen den SV Mettlach aus dem Saarland und den pfälzischen SV Morlautern durchsetzt. Dann bliebe der SG Betzdorf der Abstieg aus der Rheinlandliga und dem VfL Bad Ems der Sturz in die A-Klasse erspart. Ob die kleinen Schängel aber überhaupt in die Oberliga wollen, ist derzeit wieder äußerst fraglich. Dirk Laux, der Trainer der U 23 vom Oberwerth und gleichzeitig Präsidiumsmitglied der TuS, dämpfte die Euphorie der Anhänger nach dem abschließenden überzeugenden 4:0-Erfolg seines Teams bei der SG 99 Andernach: „Ein Aufstieg macht nur dann Sinn, wenn die Voraussetzungen auch stimmen. Wir gehen kein Himmelfahrtskommando ein.“

Seine junge Mannschaft ließ indes keinerlei Zweifel an ihren Ambitionen erkennen und erteilte den Andernachern eine regelrechte Lektion. „Die Jungs wollen“, räumt Laux ein, „aber ich muss auch Realist sein und über den Tellerrand hinausschauen.“ Zwar hat der Verein seiner Zweiten zugesagt, die Buskosten für eventuelle Auswärtsfahrten in der Oberliga zu übernehmen, ansonsten soll der Etat mangels Masse aber nicht erhöht werden. Laux indes ist überzeugt, dass sein Team noch „zwei, eher drei fertige Spieler“ braucht, „die die Jungen mittragen“.

Auf den allerletzten Drücker?

Das Wohl und Wehe des VfL Bad Ems hängt aber auch davon ab, ob die Spvgg Wirges tatsächlich bis spätestens zum 15. Juni eine Reserve meldet oder nach einer Meldung diese Mannschaft vor dem 30. Juni vom Spielbetrieb wieder zurückzieht. Dann nämlich blieben die Bad Emser als Tabellen-14. auf den buchstäblich allerletzten Drücker doch noch in der Bezirksliga mit den beschriebenen Folgen für die Dritten der B- und C-Klasse. Auch die beiden Zweitplatzierten der D-Klasse, die dann um den freien Platz in der C-Liga spielen dürften, würden profitieren. Die Unwägbarkeiten werden sich aber garantiert noch einige Wochen hinziehen und vielerorten für Gesprächsstoff und wilde Spekulationen sorgen...

 

 

 

 

von Marco Rosbach  ( Rhein Zeitung )

Aufstocken! Das tut keinem weh

 


Was wird aus der Spvgg Wirges? Was bedeutet das für die SG 06 Betzdorf? Und darf der VfL Bad Ems auch noch hoffen? Der letzte Spieltag ist passé, doch es bleiben Fragen, die längst nicht beantwortet sind. Irgendwie passend zu einer Saison, deren letzten Wochen geprägt waren von Debatten über Verzicht, Spielverlegungen und Dinge, die wenig bis nichts mit Fußball zu tun haben, aber bei den Betroffenen scheinbar einen höheren Stellenwert genießen.

 

Der Reihe nach: Die Spvgg EGC Wirges verzichtet auf eine Meldung für die Oberliga und steht damit – so sehen es die Statuten vor – als zweiter Absteiger nach dem SVN Zweibrücken fest. Die Mannschaft von Trainer Thomas Arzbach spielt die laufende Runde aber regulär zu Ende – und wie. Der famose Endspurt, den die EGC hinlegt, führt nicht nur raus aus der Abstiegszone, sondern bis auf den zehnten Rang. Damit hat Wirges den Klassenverbleib geschafft. Beeindruckend sicher sogar. Doch jetzt geht die Debatte erst richtig los: Eine Mannschaft steigt wegen eines Verzichts ab, aus nicht-sportlichen Gründen also, und darunter sollen andere Vereine leiden.

 

Betroffen sind in der Rheinlandliga die Betzdorfer, die sich nach der Winterpause ebenfalls gesteigert haben und als 15. der Tabelle einen Nicht-Abstiegsplatz belegen. Da aus der Oberliga Wirges runterkommt, reicht das – Stand jetzt – aber nicht. Wirges drückt Betzdorf runter, wodurch sich eine Etage tiefer, in der Bezirksliga Ost, die Zahl der Absteiger auf drei erhöht. Davon wiederum sind die Bad Emser betroffen, was wiederum Konsequenzen in den Kreisligen Rhein-Lahn hat. Kurzum: Die Entscheidung, die in Wirges getroffen wurde, hat gravierende Folgen für andere, die nichts damit zu tun haben, ob bei der EGC die Oberliga noch finanzierbar ist oder nicht.

 

Sportlich fair ist das ganz sicher nicht, wobei Fair Play in den Kampagnen der Verbänden doch immer eine so große Rolle spielt. Beim Fußballverband Rheinland (FVR) gibt es aktuell aber wohl keine Pläne, daran etwas zu ändern. Wobei genau das so einfach wäre: Die höchste Klasse, die Rheinlandliga, wird für eine Spielzeit aufgestockt, Betzdorf bleibt drin und muss dann ebenso wenig unter dem Wirgeser Rückzug leiden wie andere Vereine auf den Ebenen darunter. Im Jahr darauf erhöht sich dadurch die Zahl der Absteiger – doch das ist jedem Rheinlandligisten schon vor dem ersten Spieltag bewusst. Eine Aufstockung wäre eine Maßnahme, die keinem wehtut, aber vielen hilft – und zugleich eine Menge Fragen beantwortet.

 

 

 

Entscheidung in Puderbach


Durch die Heimniederlage des SV Windhagen am letzten Spieltag ist die Entscheidung, wer in der Fußball-Bezirksliga Ost Meister wird und in die Rheinlandliga aufsteigt, vertagt. Sie fällt nun im Entscheidungsspiel der punktgleichen Spitzenteams SV Windhagen und SG Ellingen/Bonefeld/Willroth, das am Sonntag, 29., Mai, um 15 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Puderbach angepfiffen wird. Auch in der Bezirksliga West muss ein Entscheidungsspiel her; der SV Dörbach und der SV Leiwen-Köwerich treffen sich am Donnerstag, 26. Mai, um 18 Uhr auf dem Rasenplatz im Wittlicher Stadion. In der Bezirksliga Mitte steht der TSV Emmelshausen als Meister hingegen bereits als Aufsteiger fest.

Vereinsportal ]  [ Impressum ]  [ Datenschutzerklärung ]  [ Kontakt ]   © 2018 SV Hundsangen
[ Letzte Änderung: 21. Juni 2018 ]