SV Hundsangen e.V. 1926

03.02.2017, 06:34, Alter: 2 Jahre
Kategorie: Allgemein

wenn ein Finale zur Nebensache wird

Von: rhein zeitung

von Thomas Spang

 

 

 

 

Wenn ein Finale zur Nebensache wird

American Football

 

Im Vorfeld des Super Bowl in Houston mehren sich die Aufreger

 

 

Was haben ein deutscher Bierbrauer und mexikanische Avocado-Züchter gemeinsam? Ohne beide ginge es nicht beim Endspiel der amerikanischen Profi-Footballer in der Nacht zu Montag (0.30 Uhr, Sat.1). Während sich die Teams um die Quarterbacks Tom Brady (New England Patriots) und Matt Ryan (Atlanta Falcons) auf dem Feld um die Vince-Lombardi-Trophäe raufen, tunken die Amerikaner Unmengen an Chips in Guacamole und spülen mit reichlich Gerstensaft nach.

 

Die Werbetreibenden wagen es, in diesem Jahr daran zu erinnern, wo diese als „Americana“ eingebürgerte Tradition herkommt. Die „Anheuser-Busch“-Brauerei gab zum Sekundenpreis von 170 000 US-Dollar einen Werbespot für die Spielpause in Auftrag, der die Geschichte ihres deutschen Mitbegründers dramatisiert.

 

In „Born the Hard Way“ (Schwierige Geburt) erzählt die Werbung die Geschichte, wie der deutsche Adolphus Busch 1857 nach Amerika auswandert und bei seiner Ankunft in New York angefeindet wird. „Du bist hier nicht willkommen. Geh zurück, wo du herkommst,“ schleudern ihm die Einheimischen entgegen.

Busch, der in die neue Welt kam, um sein eigenes Bier zu brauen, zieht nach St. Louis weiter. In einer Kneipe trifft er einen freundlichen Herrn, der ihn auf ein kühles Blondes einlädt: Eberhard Anheuser. Der Beginn einer Legende.

Eine Woche nach der Amtseinführung Donald Trumps und kurz nach Anordnung von Mauerbau und Muslimen-Bann trug „Budweiser“ diese harmlose Geschichte von einem Einwanderer, der auszog, seinen „amerikanischen Traum“ zu erfüllen, zahlreiche Boykott-Aufrufe rechter Fans des Präsidenten ein.

Die Brauerei sah sich genötigt, zu versichern, dass ihr Spot keine politische Absicht verfolgt. Die Vereinigung „Avocados from Mexico“, möchte im Gegensatz dazu, genau diese Aufmerksamkeit erzeugen. Ein Super Bowl ohne „Guac“ – genau das wäre die Konsequenz, wenn die 278 Millionen Avocados, die beim legendären Football-Fest zur Dip-Creme verarbeitet werden, nicht über die Grenze gen Norden rollten.

 

Atemlos wird darüber spekuliert, was Popstar Lady Gaga wohl während der Halbzeitshow machen wird, wenn sie die Bühne vor einem dreistelligen Millionenpublikum für sich hat. Der Austragungsort Houston, der 2004 mit Janet Jacksons „wardrobe malfunction”, dem als „Nipplegate“ bekanten Busenblitzer, für Schlagzeilen sorgte, scheint für einen neuen Aufreger prädestiniert zu sein. Sogar in den Münzwurf für die Seitenwahl wird diesmal etwas hineingelesen. Waren der ehemalige Präsident George H.W. Bush und dessen Ehefrau Barbara, die dafür im Stadion erwartet werden, kürzlich bei der Amtseinführung nicht zu krank, um Donald Trump die Ehre zu erweisen?

Das Spiel selbst, so scheint es, wird zur wichtigsten Nebensache des Spektakels. Das mag auch an der wenig inspirierenden Saison der American-Football-Profiliga NFL gelegen haben. Sowohl die Patriots als auch die Falcons setzten sich relativ problemlos bis zum Finale durch.

Echte Football-Liebhaber freuen sich dennoch auf das Kräftemessen zwischen Brady und Ryan, die beide mit ihren Teams Geschichte schreiben wollen: der 39-jährige Quarterback der Patriots mit dem fünften Titel, der Superstar der Falcons mit dem ersten Super-Bowl-Gewinn in der Klubgeschichte.

Die Champions werden nach guter Tradition übrigens im Weißen Haus erwartet. Der schwarze Patriot-Spieler Martellus Bennett kündigte schon mal vorsorglich an, dass er auf keinen Fall eine Einladung von Donald Trump annehmen wird. Er sorgte mit seiner schlichten Erklärung für die nächste Kontroverse: „Ich kann den Typen nicht ausstehen.“

Vereinsportal ]  [ Impressum ]  [ Datenschutzerklärung ]  [ Kontakt ]   © 2018 SV Hundsangen
[ Letzte Änderung: 11. Dezember 2018 ]