SV Hundsangen e.V. 1926

30.04.2012, 08:46, Alter: 6 Jahre
Kategorie: Allgemein

Zukunft ist wichtiger als Klasse

Von: mittelhessen

 

Die Zeiten, in denen der RSV Würges den Fußball im Kreis Limburg-Weilburg beherrscht hat, sind mit dem Beschluss der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom Freitag, die Mannschaft in die Kreisoberliga zurückzuziehen, vorbei.

 

Zwei Siege im Fußball-Hessenpokal 1980 und 1987, verbunden mit großartigen Erfolgen und imposanten Zuschauerkulissen bei den anschließenden Teilnahmen am DFB-Pokal in den Duellen mit dem VfL Osnabrück (1980) und Fortuna Düsseldorf (1987), faszinierende Spiele in Landes, Ober- und Hessenliga im Zeitraum zwischen 1975 und 2011 - dies alles ist seit Freitagabend nur noch Geschichte. Die Mitglieder sprachen sich im zweiten Wahlgang mit Mehrheit für einen freiwilligen Rückzug aus der Verbandsliga Mitte aus. Der 1920 gegründete RSV wird ab der Spielzeit 2012/13 der Kreisoberliga Limburg-Weilburg angehören. Einer Spielklasse, in der die Reserve seit geraumer Zeit um Punkte kämpft. Die Fußball-Hochburg Würges wird in der kommenden Saison nur noch eine Seniorenmannschaft anmelden.


Zur Erinnerung: Derzeit gehören nicht einmal echte Würgeser den beiden Mannschaften an. Mit dem B-Ligist FSV Würges gibt es aber einen zweiten Fußballclub in dem rund 2300 Köpfe zählenden Bad Camberger Stadtteil.

In der Pressemitteilung des von Hermann-Josef Löw angeführten RSV-Vorstand heißt es unter anderem: "Zukünftig wird der RSV Würges seinen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit legen, die mit Beitritt zum Jugendförderverein VfJ Hünstetten und mit sehr starken unteren Jahrgängen in der eigenen Jugend wieder auf gutem Weg ist. Diese bildet die Basis für eine Seniorenmannschaft, die in Teilen auch aus der eigenen Jugend bestückt werden kann. Der zweite ebenso wichtige Aspekt ist die Konsolidierung der finanziellen Situation des Vereins. Rückläufige Einnahmen in allen Bereichen haben bei annähernd unveränderten Kosten, die zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs notwendig sind, zu einer finanziellen Schieflage geführt, die sich in der aktuellen Saison weiter zugespitzt hat. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen kann der RSV Würges die laufende Saison beenden, eine weitere Spielzeit unter gleichen Bedingungen ist jedoch nicht denkbar".

In Verbindung mit dem Mitgliederentscheid ist auch der zum Saisonende angekündigte Rücktritt des kompletten Spielausschusses um Reinhold Ochs ("Die zweite Mannschaft hat sich für Ehrenämter angeboten, also sollen sie es auch machen") zu sehen. Beim Spiel gegen den SC Waldgirmes II (2:4) herrschte unter den altgedienten RSV-Mitgliedern Tristesse. "Das ist ein Schritt in die falsche Richtung", kommentierte Tormann-Legende Heinz Schlitt. Der langjährige Kassen- und Jugendwart Rolf Schmerr meinte: "Ich fühle mich vom Vorstand im Zusammenhang mit dessen Rücktrittsankündigungen bei der Abstimmungen erpresst. Das Ganze wurde von der Reserve initiiert". Heiko Brands, Co-Trainer des RSV II: "Wir haben die Neuausrichtung so geplant. Wir hätten aufgrund der Personalmisere keine zweite Mannschaft mehr stellen können. Die Reserve prägt das Vereinsleben entscheidend. Es geht nicht um die Spielklasse, es geht um die Zukunft des RSV. Ein solches Umfeld wie der RSV hat kein anderer Club". Ganz anders beurteilt der frühere Tormann Hermann Hartmann die neue Lage. "In der Kreisoberliga kommen keine Zuschauer. Wir brauchen kein Kassenhäuschen mehr, der Platzkassierer kann mit einer Zigarrenkiste unterm Arm seine Sportplatzrunde drehen".

 

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