SV Hundsangen e.V. 1926

24.09.2017, 20:31, Alter: 1 Jahre
Kategorie: Fussball

Bezirksliga 7.Spieltag

Von: rhein zeitung

 

                                              

 

 

Bei Weitefeld ist der Wurm drin - Hundsangens Scherer trotz Sieg nicht zufrieden

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Die Situation bei der SG Weitefeld-Langenbach/Friedewald/Neunkhausen bleibt angespannt. Nach der 1:2 (1:2)-Niederlage in einem turbulenten Heimspiel gegen die SG Hundsangen/Obererbach droht die Elf von Trainer Jörg Mockenhaupt den Anschluss an die Spitze der Bezirksliga Ost zu verlieren. Die Gäste verschafften sich dagegen etwas Luft im Tabellenkeller.

Sebastian Schneider brachte Hundsangen schon früh in der Partie nach einem Stellungsfehler in der Defensive der Gastgeber in Führung (13.), die sein Teamkollege Lukas Faulhaber per verwandeltem Foulelfmeter weiter ausbaute (38.). Der Verursacher des Strafstoßes, Nicolai Mudersbach, war kurz zuvor wegen einer Notbremse vorzeitig vom Platz gestellt worden (37.). Der Abwehrmann hatte den Ball kurz vor dem eigenen Strafraum leichtfertig an Gäste-Stürmer Schneider verloren, ihn daraufhin einige Meter weiter vor dem leeren Tor zu Fall gebracht und dadurch den sicheren Treffer verhindert. Zwar schaffte die dezimierte Heimelf den schnellen Anschlusstreffer durch Luca Thom (42.), danach fehlten der Mockenhaupt-Elf aber die Ideen im Spiel nach vorne. Auch die Gelb-Rote Karte gegen Hundsangens Tim Weimer brachte Weitefeld in der Schlussphase keinen entscheidenden Auftrieb mehr (71.).

„Bei uns ist momentan der Wurm drin“, lautete Mockenhaupts Fazit nach der zweiten Saisonniederlage. Dabei erwischte seine Mannschaft einen guten Start, nutzte aber grade zu Beginn klarste Möglichkeiten zur Führung nicht. Alleine Dominik Neitzert verpasste gleich dreimal aus aussichtsreicher Position. Während die Weitefelder das Spiel komplett dominierten, lauerten die Gäste tief in der eigenen Hälfte auf Konter und nutzten in der ersten Halbzeit konsequent ihre Chancen.

Trotz des Erfolgs zeigte sich Trainer Martin Scherer aber bedient: „Wir waren grottenschlecht und hatten Glück. Wir hätten mit der Leistung nichts verdient gehabt.“ Zu mutlos habe seine Mannschaft agiert, erklärte Scherer. Denn die Hundsangener kamen auch in Überzahl nur selten über die Mittellinie und überließen den Ball dem Gegner, der aber vor allem im zweiten Durchgang immer weniger damit anzufangen wusste. „Nachdem wir anfangs unsere Chancen liegen gelassen hatten, haben wir nach dem Seitenwechsel kein Mittel mehr gefunden“, erklärte Mockenhaupt, dessen Team nach einer guten Stunde gleich mehrfach Glück hatte. In der besten Hundsangener Phase verpasste Schneider trotz zweier hochkarätiger Möglichkeiten nach Kontern die Vorentscheidung (63., 65.).

 

 

Wallmenroth bleibt eine Heimmacht - Montabaur verzichtet bei 1:2-Niederlage auf Ausgleichschance

 

In der Bezirksliga Ost hat die SG Wallmenroth/Scheuerfeld ihre Siegesserie auf eigenem Platz fortgesetzt und den TuS Montabaur mit 2:1 (1:1) besiegt. Dadurch ist der Aufsteiger den Spitzenteams der Liga in der Tabelle jetzt ganz dicht auf den Fersen, wovon Stefan Häßler nach dem Spiel aber nichts wissen wollte. „Das waren wieder drei Punkte gegen den Abstieg, mehr nicht“, trat der SG-Trainer auf die Euphoriebremse. „Wir müssen immer wieder einen großen Aufwand betreiben, um die Punkte zu holen.“

Seine Mannschaft kam gut ins Spiel und hätte schon nach drei Minuten in Führung gehen können, als Steven Moosakhani an die Latte köpfte. Auf der anderen Seite sorgte ein Distanzschuss von Pascal Tillmanns für Gefahr (11.), der ebenso wie Mario Denkers Kopfball drei Minuten später das Ziel knapp verfehlte. Bei der SG lief zunächst viel über die linke Seite, was dann auch zum Erfolg führte. Eine Flanke von Nils Germann fand Sascha Mertens, der den Ball aus zehn Metern überlegt zum 1:0 einschob (25.). Doch noch vor der Pause glich der TuS aus. Nach einer Balleroberung passte Gabriel Jost in die Schnittstelle auf Tillmanns, der zum 1:1 traf (37.).

Nach dem Seitenwechsel spielten die Hausherren weiter gut mit. Nach einem schönen Flügelwechsel von Freudenberg auf Germann landete dessen Schuss an der Latte (51.). Überhaupt waren die beiden Flügelflitzer zwei Aktivposten im SG-Spiel. Germann war es dann auch, der entscheidenden Anteil am 2:1 hatte. Er zog mit Tempo nach innen, den anschließenden Schuss aus spitzem Winkel konnte TuS-Keeper Marcel Kemper nicht festhalten. Der Ball sprang Simon Schwickert unglücklich vor die Füße und von dort aus ins Tor (63.).

Die wohl entscheidende Szene der Partie ereignete sich fünf Minuten später. SG-Schlussmann Jonas Prudlo brachte Mario Denker zu Fall, der Unparteiische entschied auf Strafstoß. Tillmanns trat an, spielte Prudlo den Ball aber locker in die Arme. Was war passiert? Die SG hatte zuvor den Ball ins Aus gespielt, da ein Gästespieler verletzt liegen geblieben war. Diese warfen den Ball wie üblich zurück zum Gegner. Als ein SG-Abwehrspieler das Leder daraufhin zu seinem Schlussmann zurückspielen wollte, wertete Denker das als neue Spielsituation, ging dazwischen und wurde zu Fall gebracht. Von außen gab Montabaurs Trainer Sven Baldus dem Schützen dann die Anweisung, den Ball zurückzuspielen. „Ich denke, in so einer Situation gehört es sich einfach, den Fair-Play-Gedanken zu zeigen“, erklärte Baldus und erntete für diese Reaktion ebenso Lob wie zwei Wochen zuvor die FSV Osterspai nach einer ähnlichen Situation, ebenfalls in Wallmenroth.

Zwar waren die Gäste in der Schlussphase feldüberlegen, auch weil Wallmenroth nach der Gelb-Roten Karte gegen Steven Moosakhani (83.) in Unterzahl agierte, kamen aber zu keinen zwingenden Chancen mehr. „Wir haben heute zu wenig fürs Spiel gemacht“, fand Baldus. „Wallmenroth ist mit Herz und Leidenschaft aufgetreten und hat nicht unverdient gewonnen.“

 

 

Vorne fehlt Baiers Elf die Durchschlagskraft - Wirges steht nach 3:0 an der Tabellenspitze

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Auch im vierten Anlauf auf eigenem Platz gab es für die TuS Burgschwalbach in der Bezirksliga Ost nichts zu ernten. Beim 0:3 (0:2)-Spielverlust gegen die Eintracht Glas Chemie Wirges standen die Vorzeichen beim Aufsteiger schon vor dem Anpfiff denkbar schlecht. Torsten Baier ist um seinen Trainerjob beim Neuling in diesen Tagen nicht zu beneiden. Wegen Verletzungen und Auslandsaufenthalten fehlte dem Übungsleiter gegen die stärkste Auswärtself praktisch die halbe Mannschaft.

„Wir wollten uns eigentlich so lange wie möglich wehren. Leider hat es nicht geklappt“, musste der TuS-Coach schon früh das Übergewicht des Gegners anerkennen.

Als Sascha Bremenkamp ungeschickt gegen den neuen Wirgeser Torjäger David Röhrig in der Box zu Werke ging, nahm das Dilemma seinen Lauf. Florian Schlich verwandelte den Strafstoß sicher (11.).

Konnte Burgschwalbachs Torwart Luca Wischmann noch per Fußabwehr den Schuss Ozan Altins parieren (16.), musste er Augenblicke später beim Abschluss David Röhrigs erneut hinter sich greifen.

Die Eintracht Glas-Chemie trieb mit wenigen Kontakten das Spiel an und geriet zu keiner Phase in ernsthafte Bedrängnis. Die Platzelf hatte sich nach einer knappen halben Stunde besser auf den Gegner eingestellt, ohne selbst gefährlich zu werden. In der Vorwärtsbewegung kamen einfach keine brauchbaren Bälle in die Spitze.

Die Einheimischen, bei denen A-Jugendspieler Simon Biebricher als Außenverteidiger ein gelungenes Debüt gab, erhöhten nach Wiederbeginn den Einsatz. Entlastung kam jedoch nicht zustande. Das Spiel lief mit wenigen Ausnahmen weiter in eine Richtung.

Die Gästeangriffe waren aber in Teilen zu kompliziert angelegt. David Röhrig scheiterte auf Freistoß Marlin Schmidts am Pfosten (64.) und an TuS-Keeper Wischmann (70.). Zwei eingewechselte Offensivkräfte bei den Gastgebern nach einer Stunde Spielzeit brachten nicht die erhoffte Wende. Stattdessen schraubte der Rheinlandliga-Absteiger das Resultat durch Marvin Severin (90.+2.) in die Höhe.

„Es war wichtig, dass wir zu Beginn die Tore gemacht haben. Danach haben wir unser Spiel bis zum Schluss durchgezogen“, hatte Eintracht-Trainer Nikolai Foroutan nichts zu bemängeln. „Der Gästesieg war hochverdient. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Vorne fehlt aber einfach die Durchschlagkraft“, so sein Burgschwalbacher Kollege Baier abschließend.

 

 

Effektive Osterspaier gewinnen Kellerduell in Hamm - VfL-Trainer Höhner bemängelt Fitnesszustand

 

Vor dem Kellerduell in der Bezirksliga Ost zwischen dem VfL Hamm und der FSV Osterspai/Kamp-Bornhofen gaben sich die Trainer durchaus angriffslustig. Der eine, Hamms Philipp Höhner, kündigte an, mutig auftreten und das Spiel dominieren zu wollen, und der andere, Osterspais Nico Helbach, nach vorne zu spielen und sich nicht zu verstecken. Letztlich verlor mit dem VfL die Mannschaft mit 1:2 (1:1), die mehr fürs Spiel getan hatte.

Die Hämmscher waren die dominierende Mannschaft, kombinierten teilweise ansehnlich – und liefen nach zehn Minuten erst mal einem Rückstand hinterher. Mit ihrer einzigen echten Torchance im ersten Durchgang gingen die Osterspaier sogleich in Führung. Allerdings unter Mithilfe der Gastgeber, die bei einem Eckball kein Auge für Christoph Heymann übrig hatten, der daraufhin völlig freistehend zum 0:1 einköpfte.

Weitere Einladungen verteilte der VfL bis zur Pause nicht und war stattdessen auf der anderen Seite darum bemüht, den Rückstand aufzuholen. Nachdem Daniel Krieger die erste Möglichkeit dazu vergeben hatte, als sein Schuss aus zehn Metern knapp am Tor vorbeiging (23.), war es Simon Langemann, der für den verdienten Ausgleich sorgte. Aus 22 Metern traf er unhaltbar in den Winkel zum 1:1 (34.). Der zentrale Angreifer hätte noch vor der Pause beinahe die Führung erzielt, doch nach Steilpass von Michael Trautmann scheiterte er im Eins-gegen-Eins mit FSV-Torwart Stefan Schwarz (42.).

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Einheimischen weiterhin mehr vom Spiel und auch die besseren Chancen. Es sollte jedoch nur noch ein weiterer Treffer fallen – und zwar für Gäste vom Rhein. Eine Freistoßhereingabe Thomas Lemlers verlängerte dessen Bruder Florian per Kopf ins lange Eck (61.). Bitter für Hamm: Nur zwei Minuten zuvor hatte Stefan Schwarz einen 20-Meter-Knaller von Langemann noch soeben an die Latte gelenkt.

Es wäre die erstmalige Führung für den VfL gewesen, die ihm vielleicht die Sicherheit gegeben hätte, die es für den zweiten Saisonsieg gebraucht hätte. So aber ging die Höhner-Elf erneut gänzlich leer aus, wenngleich sich in der 86. Minute noch zweimal die Möglichkeit ergab, wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Erst klärte Schwarz gegen Pascal Binneweiß mit einer Fußabwehr zur Ecke, die Trautmann auf den Kopf von Langemann zog, der abermals nur die Latte traf.

„Es war das erwartet kampfbetonte Spiel“, meinte Osterspais Trainer Nico Helbach. „Natürlich haben wir Glück, dass Hamm zweimal nur die Latte trifft. So sind es am Ende drei wichtige Punkte, die wir gut gebrauchen können vor den schweren nächsten Wochen.“ Hamms Philipp Höhner sprach von einer „komplett unnötigen Niederlage“, monierte aber vor allem den Fitnesszustand seiner Mannschaft: „Am Ende sind uns die Kräfte ausgegangen. Einige sollten mal ihre Trainingsbeteiligung infrage stellten.“

 

 

Raaschs Doppelpack lässt SG Ellingen aufatmen

 

Durch ein verdientes 2:0 (1:0) gegen die SG Elbert/Welschneudorf/Stahlhofen schaffte die SG Ellingen/Bonefeld/ Willroth den Anschluss an das dicht gedrängte Mittelfeld der Fußball-Bezirksliga Ost. Die Gastgeber verzeichneten besonders in der zweiten Spielhälfte ein dickes Chancenplus.

Wer den Rückstau an so mancher Wahlurne etwas unterschätzt hatte und deshalb einige Minuten zu spät zum Spiel nach Straßenhaus kam, brauchte sich nicht zu grämen. In der ersten Viertelstunde mussten sich beide Teams erst mal finden. Viele Ungenauigkeiten im Passspiel zeugten von erheblicher Nervosität, mussten die beiden Trainer doch mit etlichen Ausfällen in ihren Stammformationen klarkommen.

In der 18. Minute sollten die Zuschauer allerdings zum ersten Aufreger des Spiels anwesend sein. Da brach nach einer Ecke der Gäste kurzfristig das Chaos im Ellinger Strafraum aus, die Heimelf hatte alle Mühe, die Situation unbeschadet zu überstehen. Eine Minute danach das gleiche Spiel auf der Gegenseite. Diesmal jedoch mit fatalen Folgen. „Das wird ja schon in der D-Jugend bestraft“, kommentierte ein Fan den Querpass der Elberter Defensive am eigenen Strafraum. Den hatte Luan Muriqi erahnt, sprintete dazwischen und scheiterte an Torwart Moritz Weißenborn. Doch dessen Rettungstat landete bei Florian Raasch, der die Chance eiskalt zum 1:0 nutzte. Es folgten bis zum Halbzeitpfiff viele Zweikämpfe, die in der Summe unentschieden endeten. Elbert blieb bei Standards etwas gefährlicher. Trotzdem bewies Fatos Prenku in der 40. Minute Mut, doch erneut bestand Weißenborn im Elberter Tor die Prüfung.

Nach dem Kabinengang spielen die Kontrahenten endlich volle Pulle. Ellingen übernahm das Zepter, störte die Gäste bereits im Spielaufbau und verunsicherte die Westerwälder. Muriqi scheiterte erneut am Gästekeeper (53.), der sich wenig später den Ball bei einem Ausflug stibitzen ließ und Glück hatte, das die unverhoffte Ellinger Möglichkeit am linken Pfosten endete (57.).

Fast im Gegenzug musste Philipp Krokowski im Tor der SG Ellingen eine Nachlässigkeit seiner Vorderleute ausbügeln, die Kapitän Alexander Gombert fast genutzt hätte. Doch dann bewies Raasch wieder mal sein Gespür für die Situation. Eine Flanke des kurz vor der Pause eingewechselten Oliver Panfil nahm er – völlig alleine gelassen – mit dem Kopf an und das 2:0 war perfekt.

Dem schönsten Spielzug der Partie blieb in der 81. Minute die Belohnung versagt. Diesmal ging die Gefahr vom unermüdlich ackernden Dennis Krämer aus, der im Strafraum Raasch sah. Der ließ den Ball aber für den heranstürmenden Prenku durch, dem dann allerdings die Konzentration beim Abschluss fehlte.

Ein fulminanter Weitschuss in der Nachspielzeit hätte fast noch den Anschlusstreffer für die Gäste gebracht. Mit den Fingerspitzen lenkte Krokowski die „Granate“ jedoch an die Querlatte. Der Ball sprang vor der Torlinie wieder auf. Die Entscheidung des Schiedsrichters: Kein Tor. Was aber nur für ein paar Momente für Diskussionen sorgte, denn die Ellinger hatten den Dreier sicher im Kasten.

„Wir sind ganz gut in die Saison gestartet, konnten diese Energie heute aber nicht verwerten“, meinte der Gästetrainer Michael Diel und bemühte dann noch das Orakel: „Ich glaube, wir haben hier seit 2011 nicht mehr gewonnen.“ Das war Ellingens Trainer Thomas Kahler war das egal, denn der Sieg seines Teams war hier eminent wichtig. „Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, wenn wir weiter fleißig sind, wird es auch aufwärts gehen.“

 

 

Müschenbach scheitert an Ahrbacher Standards

 

Die SG Ahrbach/ Heiligenroth/Girod mischt weiter frech und munter die Bezirksliga Ost auf. In einer über weite Strecken nur durchschnittlichen Partie musste sich die SG Müschenbach/Hachenburg mit 1:2 (1:1) dem von Peter Olbrich trainierten Aufsteiger, der mit jetzt 14 Punkten an die Spitzengruppe herangerückt ist, am Ende geschlagen geben.

Im ersten Spielabschnitt spielte sich das Geschehen überwiegend im Mittelfeld ab, vor den Toren waren zwingende Aktion selten. Zwei dieser Torraumszenen führten aber gleich zu Treffern, so in der 20. Minute, als die Gastgeber erstmals brandgefährlich vor Ahrbachs Gehäuse kamen. Jannick Kessler hatte sich auf halblinks prächtig durchgesetzt, um mit gutem Auge den Ball per Querpass für Jan Lucca Schneider aufzulegen. Müschenbachs Stürmer hatte, derart bestens bedient, keine Mühe, das Spielgerät über die Torlinie zu schieben.

Das Olbrich-Team zeigte sich aber nur wenig geschockt und glich nur sieben Minuten später aus. Nach einem platzierten Eckball von Markus Rausch köpfte der in der Strafraummitte viel zu frei stehende Tim Kuhn das Spielgerät aus kurzer Entfernung in die Tormaschen. „Wir haben bei zwei Standardsituationen gepennt, und der gut organisierte Gegner hat das zu seinen Gunsten ausgenutzt“, zog Müschenbachs Trainer Volker Heun nach der Partie sein Fazit. Seine Mannschaft hatte in der 34. Minute nochmals die Führungschance, Schneider scheiterte aber von der Strafraumgrenze an Ahrbachs Torhüter Florian Weimer, der den gefährlich aufsetzenden Drehschuss glänzend parierte.

Auch im zweiten Spielabschnitt blieb die Partie auf übersichtlichem Spielniveau, wenn auch vor den Toren etwas mehr los war. Ahrbach vergab durch Niklas Wörsdörfer (54.), die Gastgeber konnten eine gute Gelegenheit durch Lukas Kessler nicht nutzen (63.).

In der 67. Minute markierten die Gäste mit der von Heun angesprochenen zweiten Standardsituation ihren Siegtreffer. Rausch hatte wieder eine seiner gefährlichen Eckbälle vor das Tor gebracht, Müschenbachs Abwehr bekam Jannis Meuer nicht in den Griff und musste mit ansehen, wie dieser den Ball per Kopf zum 1:2 ins Tor beförderte.

„Das war heute ein Arbeitssieg für uns“, freute sich Ahrbachs Trainer Peter Olbrich, er war mit der Spielweise seiner Elf nicht vollends zufrieden. „Das war sicher nicht unser bestes Spiel, das können wir besser machen.“ Seine Mannschaft überzeugte in der Schlussphase, versuchte nicht mit einem Defensivbollwerk das Ergebnis zu halten, sondern spielte weiter munter nach vorne . In der 75. und 88. Minute brauchte sie aber das Können von Torsteher Weimer, der bei dicken Chancen von Lukas Kessler und Schneider glänzend rettete. Volker Heun („Schade, kein Vorwurf an die Mannschaft, wir haben alles versucht“) erkannte den zum Schluss etwas glücklichen Ahrbacher Sieg fair an.

 

 

Eiskalt: David Quandel macht's zweimal mit links - Emmerichenhains Torjäger entscheidet Topspiel gegen Wissen

 

Im Vorfeld habe er lange mit seiner Mannschaft über David Quandel gesprochen, berichtete Walter Reitz, der Trainer des VfB Wissen. „Doch dann sind wir bei den Toren einfach zu blauäugig“, klagte er nach dem Top-Spiel, das Verfolger SG Emmerichenhain/Niederroßbach dank seines Torjägers nach einem 0:1-Pausenrückstand drehte und gegen den bisherigen Tabellenführer mit 2:1 gewann. Beide SG-Treffer erzielte Quandel, der seine einzigen Chancen mal wieder eiskalt nutzte.

Die Wissener setzten auf eine Fünferreihe in der Abwehr – auf den ersten Blick. Doch Reitz ließ deshalb keineswegs defensiv agieren. Je nach Spielsituation löste sich Christian Krämer aus der Kette und brachte sich als Sechser ein. Aufs Spielgeschehen der ersten Hälfte wirkten sich diese taktischen Wechsel nicht groß aus. Vor 290 Zuschauern blieben Offensivaktionen Mangelware, Zweikämpfe im Mittelfeld prägten das Geschehen. Dass die Gäste bereits in der 7. Minute mit der ersten Chance des Spiels in Führung gingen, hatten sie maßgeblich Philipp Bedranowsky zu verdanken, der mit einem seiner gefürchteten langen Einwürfe die Aktion einleitete. Bis an den Fünfmeterraum flog der Ball, landete auf dem Oberschenkel von Mario Weitershagen und prallte von dort ins Tor. Emmerichenhain tat sich schwer, selbst zum Abschluss zu kommen. Marko Zelenika versuchte es auf eigene Faust, spielte auch zwei VfB-Verteidiger aus, flankte dann aber hinter das Tor (15.). Auf der Gegenseite fand Wissens Torben Wäschenbach in Bedranowsky zwar einen Abnehmer für seine Hereingabe, doch der Linksschuss strich am Tor vorbei (26.).

In der Folge kamen die Gastgeber besser ins Spiel und erkämpften auch viele zweite Bälle, doch mehr als ein Kopfball von Lars Hendrik Jung nach Quandels Freistoß kam nicht heraus (35.). Für mehr Aufregung sorgten die nächsten beiden Bedranowsky-Einwürfe: Den ersten köpfte Fation Foniq auf die Latte (38.), den zweiten schoss Florian Jaeger über das Tor (39.). Wie es besser geht, demonstrierte Emmerichenhains Torjäger keine zwei Minuten nach der Pause. Von Marko Zelenika bedient, nahm David Quandel den Ball direkt und drosch ihn mit seinem starken linken Fuß hart ins kurze Eck (47.).

Unverändert bestimmten danach lange Bälle und Zweikämpfe die Szenerie auf dem Niederroßbacher Hartplatz. Die Gastgeber versuchten, das Spiel an sich zu reißen, mussten aber immer wieder vor langen Einwürfen oder scharfen Eckbällen auf der Hut sein. Bei einem Versuch von Max Ebach parierte SG-Keeper Filippos Papadopoulos mit dem Fuß (67.), ein Foniq-Eckball landete an der Latte. Als das Remis zum Greifen nah schien, schlug Quandel erneut zu: Nach einem Abschlag legte er sich den Ball auf den linken Fuß und vollendete ins rechte obere Eck – 2:1, Spiel gedreht (88.). Den Wissener Ausgleich verhinderte Oleg Bese, der nach einem Schuss von Hüseyin Samurkas auf der Linie klärte (90.+1). „Anscheinend brauchen wir ein Weck-Signal durch das 0:1“, sagte SG-Trainer Nihad Mujakic, der ein Remis gerechter gefunden hätte, aber mit dem Sieg „gut leben kann“. 

 

Gegen müde Westerburger: VfL Bad Ems setzt mit Unentschieden ein kleines Signal

Über die Darbietungen ihrer Mannschaften konnten sich beide Trainer nicht freuen, das Resultat in Form einer Punkteteilung akzeptierten sie jedoch einhellig. Kay Ludwig erkannte im 1:1 (0:0) seines VfL Bad Ems gegen die SG Westerburg/Gemünden sogar ein „Signal“, denn zuvor war seine Elf in der Bezirksliga drei Mal in Folge als Verlierer vom Platz gegangen.

Auf der heimischen Silberau hatten die Gastgeber zunächst die besseren Chancen. Marco Lorch verzog nach schönem Pass von John Ziegert (7.). Elia Brustolon scheiterte an SG-Torwart Christopher Keller, als Julian Bär ihn steil geschickt hatte (29.). Die Partie bestimmten dennoch eher die Westerburger, die aus Standards und Halbchancen aber wenig Zwingendes machten.

Das änderte sich direkt nach Wiederanpfiff. Tamas Major erhielt auf der linken Seite den Ball und setzte sich so energisch durch, dass er gleich zwei Mal zum Abschluss gelangte und zum 0:1 einnetzte. Anschließend übten die Gäste reichlich Druck aus. Vor allem David Gläser hatte es auf dem Fuß, den vermutlich vorentscheidenden Treffer zu erzielen, scheiterte aber an Marvin Rixen im VfL-Tor.

„Wir haben es versäumt, das 2:0 nachzulegen“, räumte SG-Trainer Dobri Kaltchev hinterher ein – ein Versäumnis, das sich rächte, denn nach und nach kamen die Bad Emser wieder zu höheren Spielanteilen. Mehrfach erwarteten sie einen Elfmeterpfiff, so bei einem vermeintlichen Handspiel von Michel Heinens.

Der Ausgleich fiel auf unstrittige Weise, wenngleich unglücklich für die Westerwälder. Julian Bär zog von außerhalb des Strafraums ab, Christopher Keller brachte auch beide Fäuste an den Ball. Der stieg allerdings vor ihm hoch in die Luft und nicht zur Seite – Andreas Stoffels nutzte dies zu einem Kopfball-Abstauber. Kaltchev machte seinem Keeper jedoch keinen Vorwurf, denn er hatte zuvor starke Szenen gezeigt.

Insgesamt allerdings war er mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden. „Das war mit Abstand das Schlechteste seit ich hier Trainer bin“, urteilte Kaltchev und hatte zugleich Verständnis für seine Spieler: Denen steckte der Kampf im Rheinlandpokal vom Mittwoch gegen den Oberligisten FV Engers in den Knochen. „Es hat die Frische gefehlt. Mit Glück hätten wir drei Punkte geholt, aber das wäre nicht verdient gewesen“, meinte der Gästetrainer.

Beim Bad Emser Coach Kay Ludwigs Mängelliste war ebenfalls lang. Zu viele und zu große Lücken, die einige gute Balleroberungen wieder zunichte machten, gehörten dazu. „Wir waren auch gedanklich zu langsam“, erklärte der Spielertrainer außerdem. Die Anfälligkeiten des strapazierten Gegners seien nicht ausgenutzt worden.

 

 

 

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[ Letzte Änderung: 16. Oktober 2018 ]