SV Hundsangen e.V. 1926

21.02.2018, 06:31, Alter: 301 Tage
Kategorie: Allgemein

Protest mit Tennisbällen und Trillerpfeifen

Von: rhein zeitung

                                      

Wie die Eintracht die Proteste zähmt

Nach dem 2:1 gegen Leipzig wird über die Aktionen der Fans diskutiert

 

 

Fußball ist manchmal bizarr. Beim 2:1 gegen RB Leipzig protestierten die Fans von Eintracht Frankfurt mit Tennisbällen und Trillerpfeifen, mit Transparenten und Toilettenpapier gegen die neuen Montagabendspiele in der Fußball-Bundesliga. Aber wenn ihre Mannschaft so energisch und erfolgreich weiterspielt, wird die Eintracht in der nächsten Saison zu den wenigen Vereinen gehören, die von dieser verhassten Spielplan-Reform profitieren.

Montagstermine zerstückeln die Spieltage und brüskieren die Fans: Das sagt zumindest die Basis auf den Tribünen. Montagsspiele schonen die Europacup-Teilnehmer, argumentieren dagegen die Deutsche Fußball Liga und die Klubs. Spätestens seit dem 2:1 gegen Leipzig sind die Frankfurter nicht nur ein seriöser Europa-League-, sondern auch ein Champions-League-Kandidat. Selbst Sportvorstand Fredi Bobic sagte nach dem Sprung auf Platz drei: „Wir müssen noch einiges draufpacken, um da oben zu bleiben. Aber wenn du vorn dabei bist, versuchst du auch, da oben zu bleiben.“

Die Frankfurter Eintracht hat in dieser Saison schon einige Maßstäbe gesetzt. Sie war der erste Verein im Fußball-Oberhaus, der sich klar gegen die AfD positioniert hat. Auf dem Platz überrennt sie mit ihrer Wucht und körperbetonten Spielweise die halbe Liga. In Zeiten, in denen sich viele Fans auf der einen sowie die Vereine und Verbände auf der anderen Seite immer misstrauischer und teilweise feindselig gegenüberstehen, hat die Eintracht nun auch gezeigt, wie viel man mit einem engen Kontakt noch immer erreichen kann. Der Verein ließ den massiven Protest gegen das erste Montagsspiel dieser Saison zu. Er erreichte damit aber auch, dass die Aktionen friedlich blieben. „Am Ende ging der Ansatz auf, die Proteste zu tolerieren“, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann. „Beide Halbzeiten konnten durchgeführt werden. Es war friedlich, es war gewaltfrei, es war pyrotechnikfrei. Man hat gemerkt, dass es einen verantwortungsvollen Umgang mit der Macht der Protestmöglichkeiten gibt.“ Die Verantwortlichen wussten, dass die Anhänger kurz vor dem Anpfiff bis an den Spielfeldrand drängen würden. Und dass sie kurz vor Beginn der zweiten Hälfte Hunderte von Tennisbällen auf den Platz werfen würden, um auch den Wiederbeginn zu verzögern. „Die Abmachung war: Wir lassen das zu. Dafür zieht ihr euch friedlich zurück“, erklärte Hellmann.

Die Frankfurter nahmen in Kauf, dass sie nun eine hohe Geldstrafe zahlen müssen. Und sie wissen auch, dass das mit dieser Form des Protests nicht bei jedem Montagsspiel so weitergehen kann.

Vor den beiden nächsten Partien haben Anhänger von Borussia Dortmund und Werder Bremen bereits angekündigt, ihre Heimspiele gegen Augsburg und Köln zu boykottieren. Dass die erste große Protestwelle in Frankfurt friedlich verlief, bedeutet noch nicht, dass das Problem damit erledigt ist.

Vereinsportal ]  [ Impressum ]  [ Datenschutzerklärung ]  [ Kontakt ]   © 2018 SV Hundsangen
[ Letzte Änderung: 18. Dezember 2018 ]